Ein Leben, so lang wie ein Jahrhundert und auf drei Kontinenten: Freya von Moltke erlebte die Zeit des Ersten Weltkriegs und die liberale Aufbruchstimmung der Weimarer Jahre; sie kämpfte an der Seite ihres 1945 hingerichteten Mannes Helmuth James von Moltke gegen den Nationalsozialismus; sie litt unter dem südafrikanischen Apartheidsregime und der Geschichtsvergessenheit der frühen Bundesrepublik. Seit 1960 lebte sie in den USA mit dem Kulturphilosophen Eugen Rosenstock-Huessy zusammen und setzte sich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs für die europäische Versöhnung ein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2011
Im wesentlichen ist Karina Urbachs Doppelbesprechung zweier neuer Freya-von-Moltke-Biografien (die andere ist von Sylke Tempel) eine Schilderung des außergewöhnlichen Lebens einer Frau, die zunächst einmal vor allem als Ehefrau und Witwe bekannt ist: die nämlich des von den Nazis hingerichteten Widerstandskämpfers Helmuth James Graf von Moltke. Beide Biografien betonen allerdings die große "Unabhängigkeit", die Freya von Moltke zeit ihres langen Lebens bewies, ihre "unwiderstehlich starke Persönlichkeit". Frauke Geykens Buch wird dabei als "akribisch recherchiertes Porträt" gelobt, als einzigen Mangel beurteilt die Rezensentin, dass die Zusamenhänge des Kreisauer Kreises etwas zu kurz kommen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.02.2011
Joachim Käppner lobt die Biografie von Frauke Geyken für ihre Ausführlichkeit, ihren umfangreichen Bildteil und Quellenapparat. Die Sympathie der Autorin mit ihrer Hauptperson kann er gut nachvollziehen, ebenso den einfühlsamen und lebendigen Stil des Buches. Ganz besonders aber hebt er Geykens weiterreichende Berücksichtigung der Geschichte der Frauen des Widerstands hervor. Indem sie das Schicksal der Frauen, ihr Mitwissen und Mitleiden im konspirativen Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime herausarbeitet, geht die Autorin laut Käppner engagiert gegen das Vergessen vor.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.02.2011
Anlässlich des 100. Geburtstags von Freya von Moltke empfiehlt Renate Wiggershaus diese Biografie der Historikerin Frauke Geyken als genaues wie spannend zu lesendes Buch. Wichtig erscheint Wiggershaus, dass die Autorin nicht nur von Moltkes Leben erzählt, sondern auch die jeweiligen historischen und sozialpolitischen Hintergründe berücksichtigt sowie die Biografien von Menschen aus ihrem weiteren Umfeld. Geykens Quellen, Gespräche mit Verwandten und Freunden sowie öffentliches und privates Archivmaterial, scheinen Wiggershaus zu überzeugen. Eine bewegende, doch nichts beschönigende Lebensgeschichte, lobt die Rezensentin. Die richtige Ergänzung zum soeben erschienenen Briefwechsel Helmuth James und Freya von Moltke, meint sie.
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