Aus dem Italienischen von Anton Schütz. Jede Untersuchung hat einen unausgesprochenen Kern. Doch nur ein Denken, das sein Dunkles nicht verbirgt, sondern entfaltet, kann Originalität für sich beanspruchen. Das heißt, die Reflexion der Methode muß Teil der Untersuchung sein. "Methode" bedeutet hier allerdings nicht ein systematisches Vorwärtsschreiten im Sinne der abendländischen Tradition. In einem engmaschigen Dialog mit Foucault und Benjamin, Paracelsus und Warburg, Overbeck und neuzeitlicher Traktatliteratur verfolgt Agamben vielmehr die Figuren des Paradigmas, der Signatur und der Archäologie. Die Verflechtung zwischen diesen drei Figuren markiert den Raum, innerhalb dessen die "Signatur der Dinge" wie der Urknall oder Etymologien im Gegenwärtigen weiterwirkt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.2010
So wenig diese Texte auf definitive, unangreifbare Wahrheiten aus sind, so eindrucksvoll und subtil findet Petra Gehring, was Giorgio Agamben zur Methode Foucaults, zu Begriffen wie "Paradigma", "Zeichen" und "Archäologie", eher lose mit dem französischen Philosophen verknüpft, wie sie findet, zu Papier bringt. Das Meditationsartige der Überlegungen, die im Falle des Paradigmenbegriffs von Platon und Kant zu Heidegger und Warburg schweifen, stört Gehring nicht. Wir leben in methodenarmen Zeiten, meint sie, also her mit Methodenfragen.
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