Dieses Buch untersucht, wie Kinder die Erwachsenen zum Denken bringen. Denn meist geht es bei dem, was wir von Kindern lernen können, nicht um Faktenwissen, sondern um die Grundfragen der Existenz: um den Nutzen des Nichtwissens, die Chancen, die in Fehlern liegen, und den Umgang mit der Zeit. Mit diesem Wissen können Sie lernen, warum der Mathematiker David Hilbert mit Fragen, nicht mit Antworten die Mathematik revolutionierte, wie die kindliche Begeisterungsfähigkeit es Genies wie Einstein und Mozart möglich machte, ein fast unmenschliches Arbeitspensum zu bewältigen, warum in der japanischen Kriegskunst "kindlicher Anfängergeist" notwendiges Prinzip höchster Meisterschaft ist und warum wirklich gute Prüfer Höchstnoten nur verteilen, wenn der Prüfling an der richtigen Stelle sein Nichtwissen zugibt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.09.2007
Was wir von Kindern lernen können, möchte sich Michael Pawlik - seines Zeichens Rechtsprofessor in Regensburg - von diesem Autor lieber nicht erklären lassen. Abgedroschen und leer hallt es dem Rezensenten aus Marco Wehrs Buch entgegen, dessen Inhalte und Argumentationen er allerdings so gut wie gar nicht nachzeichnet. Zu dringlich ist es dem Rezensenten zu sagen, wie er selbst über die von Wehr gestellten Fragen denkt: Pawlik ist sich nämlich sicher, dass ein "begründetes Sich-Festlegen" mehr wert ist, als das, was er als Wehrs Offenheitsmantra empfindet. Denn dahinter steckt für ihn die unangenehme Potenzierung neoliberaler Ideologien, die mit den tatsächlichen Verhältnissen nichts zu tun habe.
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