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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Fjodor Dostojewski

Ein grüner Junge

Roman

Cover: Ein grüner Junge

Ammann Verlag, Zürich 2006
ISBN-10 3250104337
ISBN-13 9783250104339
Gebunden, 832 Seiten, 65,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Russischen übersetzt von Swetlana Geier. Als gewiefter Erzähler seiner eigenen Lebensgeschichte tritt dem Leser der junge Arkadij Dolgorukij entgegen, schwadroniert mit Schneid und Charme über seine hochfliegenden Pläne, seine Irrungen und Liebesgeschichten. Als uneheliches Kind eines verarmten Gutsbesitzers verbringt Arkadij seine Jugend in einer Adelspension, wird später Privatsekretär beim Fürsten Sokolskij, beginnt zu spielen, verliert, gewinnt wieder und findet am Schluss unvermutet zurück zu seiner Familie, von der er glaubte, dass sie keine sei. Als Protokoll von Arkadijs jugendlich-übermütiger Gefühlswelt mäandert der Roman durch das Leben dieses gesellschaftlichen Vagabunden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.02.2007

Als "glanzvolle Premiere" preist Rezensent Felix Philipp Ingold Swetlana Geiers Neuübersetzung dieses Romans. Zu Unrecht habe das bisher unter dem Titel "Der Jüngling" bekannte Buch als Dostojewskis schwächstes gegolten. Nun würde zum ersten Mal seine Aktualität und literarische Bedeutung deutlich. Aus Sicht des Rezensenten zeigt sich Dostojewski in diesem Entwicklungs- und Gesellschaftsroman nämlich als Vorläufer von Autoren wie Harold Brodkey oder Thomas Pynchon. Denn wie kein anderer Autor vor ihm habe er hier bereits die "gesellschaftlichen und psychischen Befindlichkeiten des globalen Dorfes" sowie künstlerische Errungenschaften der Postmoderne vorweggenommen. Das Buch spiele an drei aufeinander folgenden Tagen und verbinde im Redefluss seines pubertierenden Erzählers "haltlose Emotionalität und kalte Berechnung". Die Welt präsentiere sich dem Leser als "literarisches Wimmelbild", in dem sich alle Figuren "ausschließlich in punktuellen Intensitäten" bewegen würden. Die Übersetzung fange das "misstönige Stimmengewirr" dieses Schlachtengemäldes punktgenau und zum ersten Mal so ein, wie Dostojewski es geschrieben habe. Ingold bemängelt zwar auch einige stilistische Unsicherheiten und die Tatsache, dass hier der "hechelnde Redeschwall" des Erzählers zwar Wort für Wort eingefroren, aber nicht konsequent genug in seiner mitreißenden Dynamik kenntlich werde. Insgesamt findet er diese Neuübersetzung dennoch hoch verdienstvoll.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2006

Woran liegt es, das der vorletzte der fünf großen Romane Fjodor Dostojewskis "Ein grüner Junge" bis heute so wenig Würdigung und Nachhall fand, fragt Paul Ingendaay und gibt in seiner Rezension des nun in der neuen Übersetzung von Swetlana Geier vorliegenden Buches gleich selbst die Antwort. Die Geschichte um den "grünen Jungen" Arkadij Dolgorukij, der sich auf der Suche nach seinem Vater befindet, ist ziemlich verwickelt und bietet eine Menge Personen auf, durch die sich der Leser nur mit Mühe durchfinden kann, räumt der Rezensent ein. Zudem ist die Hauptfigur nicht gerade eine ideale Identifikationsfigur, trage "spätpubertäre Züge" und ist dazu noch vollkommen humorlos. Dafür aber erzeugt der Roman, trotz zugegebenen Wiederholungen und Schwächen der Konstruktion, dieses unvergleichliche "Dostojewskij-Gefühl" des Spätwerks, und dafür nimmt der Rezensent ohne Weiteres alle Mängel in Kauf. Die Übersetzerin Swetlana Geier zu loben, scheint ihm fast überflüssig, weil ihre Verdienste um Dostojewskis Romane allgemein anerkannt sind. Einzig ihre Scheu, den Konjunktiv Präsens auch als solchen zu übersetzen, findet der ansonsten begeisterte Rezensent tadelnswert.

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11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

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