Mit Frau und kleiner Tochter fährt Martin Clay aufs Land, um endlich sein Buch über den Einfluß des Nominalismus auf die niederländische Malerei des 15. Jahrhunderts schreiben. Doch da bittet ihn sein Nachbar, der seine Tiepolos und Guardis schon hat verscherbeln müssen, um fachmännischen Rat. Bei der Gelegenheit entdeckt Martin mitten im Gerümpel ein verlorengegangenes Gemälde des großen Bruegel. Martin scheut auch die krummsten Wege nicht, um in den Besitz des geheimnisvollen Gemäldes zu gelangen.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 23.03.2000
Hanns Josef Ortheil ist enttäuscht. Die ersten 60 Seiten lang entwickelt sich die Geschichte um zwei Paare auf dem Lande und ein möglicherweise echtes Bruegel-Bild "in perfekter Regie" und gerät dann ins Schlingern. Die Handlungsfäden beginnen sich zu verwirren, neue Figuren werden ratlos "ins Feld geschickt" und "verkümmern", seitenlange und viel zu didaktische Exkurse in Kunstgeschichte vertragen sich nicht mit dem ansonsten ironischen Ton des Buches, Ratlosigkeit, Panik, konstatiert Ortheil beim Autor. Auch der Schluß wirke zu dick aufgetragen. Das Fazit Ortheils: "Am Ende erweist sich die Romanidee als zu stark und die Erzählkunst des Autors zu schwach." Ein Gutes hat das Buch: der Rezensent bekam Lust, sich wieder mal Bruegels Bilder anzuschauen. Ohne erzählerischen Kommentar.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999
Monika Schattenhofer weicht in ihrer Rezension einem eigenen Urteil weitgehend aus. Sie gibt vor allem die Handlung des Buches in Eckpunkten wieder. Darüber hinaus deutet sie lediglich an, dass der Leser selbst zum Ikonologen werden sollte -der anders als der Ikonograph sich nicht nur auf den Gegenstand fixiert, sondern das Sujet im politischen, religiösen, historischen Kontext deutet. Gerade, dass man als Leser nicht "Headlong" (so der englische Titel) zum Ziel kommt, macht für sie den Reiz des Buches aus. Immerhin: Die Zweifel, Irrungen, verschiedenen Perspektiven und falschen Fährten sorgten für eine "aufregende" Geschichte.
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