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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Franziska Gräfin zu Reventlow

Franziska zu Reventlow: Sämtliche Werke

In fünf Bänden

Igel Verlag, Oldenburg 2004
ISBN-10 3896211900
ISBN-13 9783896211903
Gebunden, 2188 Seiten, 88,00 EUR

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.05.2005

Ulla Egbringhoff zeigt sich hocherfreut, dass eine Gesamtausgabe der Werke von Franziska zu Reventlow jetzt in dieser "schönen bibliophilen" Ausgabe wieder zu haben ist. Darin sind Gedichte, Romane, autobiografische Texte und Briefe enthalten, die sich vor allem um die ihr Leben in hohem Maße bestimmenden Themen Geld, Liebe Freiheit und Erotik drehen, erklärt die Rezensentin. Insbesondere den Roman "Der Geldkomplex", in dem sich Reventlow nicht nur "mit Sachverstand" über die Beziehung des Menschen zum Geld, sondern auch mit Ironie und Witz mit der Psychoanalyse auseinandersetzt, lobt Egbringhoff als "höchst amüsant". In dem Buch "Herr Dames Aufzeichnungen" von 1913 dagegen, das sich mit der "Ideologie der Kosmiker" Ludwig Klages und Alfred Schuler auseinandersetzt, findet sich eine sehr "aktuelle" Erörterung "dogmatischer Ideologien", wobei gleichzeitig ein Zeitbild der frühen Moderne gezeichnet wird, zu deren schillerndsten Vertreterinnen Reventlow gehörte, so die Rezensentin angetan. Auch als passionierte Briefeschreiberin kann man die Schriftstellerin in der Gesamtausgabe entdecken, wobei Egbringhoff es besonders faszinierend findet, wie sich Reventlow in ihrem Ton immer wieder äußerst feinfühlig auf die Adressaten ihrer Briefe einstellt.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.03.2005

Das blaue Leinen färbt - das ist das Einzige, was Uta Grossmann negativ zu der neuen Werkausgabe des kleinen Oldenburger Igel-Verlages anzumerken hat. Der Verleger selbst, Michael Schardt, hat sich der Edition der gesammelten Werke von Franziska zu Reventlow angenommen, sie passe bestens ins Verlagsprogramm, bestätigt Grossmann. Auch die Werkausgabe von Franz Hessel, mit dem Reventlow sogar mal in einer Art Wohngemeinschaft gelebt hat, sei bei Igel erschienen. Die fünfbändige Werkausgabe der Reventlow enthält ihre Gedichte und fünf (schmale) Romane, ein Nachlasswerk ("Der Selbstmordverein"), Übersetzungsproben aus dem Französischen, das vollständige Tagebuch sowie insgesamt 548 Briefe, von denen mehr als hundert noch nie veröffentlicht wurden, teilt Grossmann mit. Außerdem seien wichtige Texte aus der Reventlow-Forschung aufgenommen worden. Sowohl ihre "unausgegorene, wenn auch nicht uncharmante theoretische Position" zur Frauenfrage - Reventlow argumentierte eher biologistisch: für freie Mutterschaft einerseits, gegen Gleichmacherei andererseits - als auch ihr in der Praxis hart erkaufter Lebensentwurf, der alle konventionellen Bindungen und Sicherheiten über Bord schmiss, sind laut Grossmann vor allem ihren nun parallel zu lesenden Tagebuchaufzeichnungen und Briefen zu entnehmen; diese Vorreiterin der Emanzipation musste lange Phasen der Depression und Armut durchmachen, hat Grossmann in Erfahrung gebracht.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.03.2005

Die Leistung des kleinen Igel-Verlages in Oldenburg, der diese fünfbändige Werkausgabe, gut und geschmackvoll gearbeitet, auf den Weg gebracht hat, ist laut Franziska Speer beachtlich. Reventlows Schriften waren bislang nur verstreut in verschiedenen Ausgaben zu haben; die Oldenburger Edition versammelt nun - abgesehen von ein paar verzichtbaren Jugendgedichten - sämtliche literarischen Arbeiten Reventlows, ihre Briefe in bislang unerreichter Vollständigkeit und die Tagebuchaufzeichnungen. Vor allem die autobiografischen Quellen, so Sperr, gäben Aufschluss über das Leben der Münchener Boheme im Zeitalter des Fin de siecle, deren unbestreitbarer Mittelpunkt die "wilde Gräfin" war. Literarisch sei das meiste eher durchschnittlich, findet Sperr, aber es sei "lebendig und voller Witz und Wärme". Ärgerlich findet die Rezensentin bei so viel Aufwand nur, dass in der neuen Edition - insbesondere im Tagebuchband - viele alte Fehler und Fälschungen aus früheren Veröffentlichungen übernommen worden sind. Register, Zeittafel, Bibliografie und Kommentierungen sollen ansonsten nichts zu wünschen übrig lassen.

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