Bücherschau der Woche
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Franz Hessel
Franz Hessel: Sämtliche Werke in fünf Bänden
Werke 1: Romane. Werke 2: Erzählungen. Werke 3: Prosa. Werke 4: Lyrik /Dramen. Werke 5: Verstreute Prosa /Kritiken
Klappentext
Mit Zeittafel, Bibliographie und einem Nachwort. Herausgegeben von Hartmut Vollmer und Bernd Witte.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.02.2001
Michael Bauer ist hocherfreut über diese fünfbändige Ausgabe der gesammelten Werke Franz Hessels, die Romane, Gedichte, Theaterstücke, Kurzprosa, Kritiken und Feuilletons umfasst. Er preist den Autor als "grandiosen Stilisten", dem es weniger auf die Dramaturgie seiner Texte als auf das "Atmosphärische" ankam und er attestiert ihm, die Wirklichkeit beschrieben zu haben, ohne sie zu "beschönigen". Die Herausgeber lobt er nachdrücklich für ihre sorgfältige Edition der Texte und die ausführlichen Kommentare, nur findet er es sehr bedauerlich, dass es beim Verlag nicht für eine "Prachtausgabe" gereicht hat.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.06.2000
Jörg Magenau scheint diese Ausgabe sehr zu begrüßen, auch wenn er nicht glaubt, dass sie Franz Hessel vor dem zunehmenden Vergessen bewahren wird. Magenau selbst jedenfalls zeigt große Sympathie für den "Stadtspaziergänger", Romancier und Erzähler Hessel, der - wie er betont - in der vorliegenden Ausgabe auch als Lyriker wieder zu entdecken ist. Besonders beeindruckt zeigt sich der Rezensent von Hessels Beobachtungsgabe. Er sei jemand, der "sein Glück in der Distanz" finde, sei es in der Liebe, in der Beobachtung der Stadt oder auch in politischen Dingen. Diesen Blick könne man zwar als "unbedarft" kritisieren, seiner Ansicht nach habe Hessel mit seiner Vorliebe für "das Geheimnis der Dinge" durchaus einen Gegenpol zum aufkommenden Nazismus gebildet. Dass Hessels Tagebücher von 1928 bis 1932 nicht berücksichtigt wurden, findet Magenau bedauerlich, allerdings lobt der die Bibliografie, das "Verzeichnis der Erstdrucke" sowie die "klugen Nachworte" der Edition. Nur den Pappeinband der Ausgabe findet er "scheußlich".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.06.2000
Eine schöne ausführliche Besprechung! Manfred Papst hat sich durch 2000 Seiten der ersten Gesamtausgabe der Werke Franz Hessels gelesen, die der kleine Igel-Verlag wagt. Leider keine bibliophile Kostbarkeit, wie es dem Autor angemessen wäre, bedauert Papst. Die ersten drei Bände der insgesamt fünfbändigen Gesamtausgabe beinhalten die Romane, Romanfragmente, Skizzen- und Prosasammlungen Hessels, wobei die Herausgeber dabei, so lobt der Rezensent, den Erstausgaben gefolgt sind. Band IV sei mehr etwas für Spezialisten, da er Gedichte und dramatische Versuche Hessels bündelt, die Papst zufolge literarisch nicht an seine Prosaarbeiten heranreichen. Völlig enttäuscht zeigt sich der Rezensent dann vom fünften Band, der Hessels Rezensionen und literarische Essays sammelt: reine "Brotarbeiten". Nach Lektüre aller Bände und insbesondere dieses letzten Bands meint der Rezensent, müsse er eventuell doch der eingangs von ihm zitierten Kritik Tucholskys an Hessel beipflichten: "die entscheidende Spur zu dünn". Aber das sei ungerecht, räsoniert Papst weiter, schließlich seien Gesamtausgaben nicht dazu da, auf einmal gelesen zu werden, und außerdem gebe es bei Hessel wunderbare Fundstücke.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.03.2000
Völlig hingerissen bespricht Dieter Hildebrandt diese lang vermisste Ausgabe des Flaneurs Franz Hessel und gibt gleich dem Rowohlt-Verlag einen Nasenstüber (und das in der "Zeit", die dem gleichen Konzern angehört!). Bei Rowohlt publizierte Hessel seinerzeit - aber die heutige Gesamtausgabe ist dem kleinen engagierten Igel Verlag in Oldenburg zu verdanken (hier erschien 1994 auch Jörg Plaths Monographie "Liebhaber der Großstadt" über Hessel, auf die Hildebrandt en passant hinweist). Eine "Schatzkiste" sei die Ausgabe, die selber zum Flanieren einlädt. Hildebrandt schildert noch einmal Hessels Liebe zu den Städten Paris und Berlin - und natürlich zu den Frauen. Und er liebt Hessels Zartheit, die man in keinem Fall mit Unentschiedenheit gleichsetzen dürfe. Einzig die Anordnung der Bände kritisiert Hildebrandt: Er hätte die Städtestudien gern an einer Stelle versammelt gesehen. Was soll`s: "So gleicht die schöne Ausgabe ein wenig einem Titel Hessels: `Der Kramladen des Glücks`."
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