Bücher der Saison
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Klappentext
Ausgewählt von Marianne Fehr, Erwin Künzli und Jürg Zimmerli. Sie machten Furore, die Reportagen Meienbergs, erregten Aufsehen, wurden viel gelesen und diskutiert. Sie waren genau recherchiert, dramaturgisch sorgfältig gebaut und brillant geschrieben, ihr streitlustiges Engagement fuhr wie ein frischer Wind in den prätentiös-bildungsbürgerlichen Mief der Feuilletons. Die Neuzusammenstellung der bisher verstreuten Texte bringt Überraschendes zum Vorschein, über die aktuellen Anlässe hinaus ergeben sich Zusammenhänge: Ob zur Geschichte der Schweiz, ihrem Verhalten im Zweiten Weltkrieg, ob zum Schreiben oder zur Politik, es gilt einen virtuosen Schriftsteller und einen außerordentlich wachen Zeitzeugen neu kennenzulernen. Auch persönlich: Erstmals liegen die autobiographischen Texte gesammelt und chronologisch geordnet vor.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 31.05.2000
In einer Doppelrezension bespricht Benedikt Erenz die Reportagenbände des österreichischen Journalisten Niklaus Meienberg und eine Biografie Meienbergs von Marianne Fehr.
1) Niklaus Meienberg: "Reportagen". Band 1 und 2
Geradezu ehrfürchtig besingt Erenz die Reportagen Meienbergs und kann gar nicht aufhören, preisende Attribute anzuhäufen, um die Texte gebührend zu würdigen. Seine Stadtbeschreibungen seien genauso "hinreißend" wie seine historischen Reportagen, aus den journalistischen Arbeiten des Autors könne man mehr lernen als aus jedem Journalistikstudium, schwärmt begeistert der Rezensent und schlägt vor, als Einsparungsmaßnahme statt dem Besuch einer Journalistenschule einfach diese beiden Bände zu erwerben.
2) Marianne Fehr: "Meienberg"
Fehrs Biografie widmet Erenz zwar wenige, aber nicht minder lobende Worte. Eine "exzellente Biografie" habe Fehr geschrieben, die in ihrer Vielschichtigkeit den Facetten der Person Meienbergs gerecht werde. Die Autorin verbinde "Psychogramm und Zeitgemälde" und das Buch sei damit eine ideale Ergänzung zu den Reportagebänden, preist der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.05.2000
Dem Rezensenten Paul Jandl gilt Niklaus Meienburg als "Berserker der Weltverbesserung", der zeitlebens den Idealen der 68er angehangen hat und über ein geordnetes Freund- und Feindbild verfügte. Letztlich also ein altmodisch denkender Mensch, der mit der anonymisierten Welt des Aktienkapitals nichts anzufangen wusste. Dort, wo sich sein Zorn jedoch in seinen Reportagen literarisch und in geradezu "barocker Fülle" niederschlug, hat er auch auf den Rezensenten großen Eindruck gemacht. Er schilt Meienburg liebevoll einen "Modernisierungsverlierer". Wenig Anerkennung findet bei Jandl hingegen die zweibändige Edition der Reportagen, die der Limmat Verlag anläßlich Meienburgs 60. Geburtstag herausgebracht hat. Weder leuchtet Jandl die Kategorisierung der Reportagen ein, noch hat er ein Register oder zumindest ein Glossar vorgefunden, die anständig Auskunft gäben über Orte und Daten der Reportagen. Ein nachlässig in die Literaturecke abgeschobener Autor, so Jandl, und auf diese Weise politisch entwertet - trotz Jubiläumsband.
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