Bücherschau der Woche
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Ute Kröger
Wie ich leben soll, weiß ich noch nicht
Erika Mann zwischen 'Pfeffermühle' und 'Firma Mann'
Klappentext
Sie war ausgestattet mit allem, was man zum Leben braucht, und begabt mit vielen Talenten: selbständig, intelligent, charmant, streitlustig, energisch, lebenstüchtig, erfolgreich. Aber immer lebte sie im Spannungsfeld von Eigenständigkeit und dem Tragen des grossen Namens. Dieses Porträt mit vielen unveröffentlichten Bildern und Dokumenten sowie die Erinnerungen Frido Manns an seine Tante dokumentieren ihr Leben - als Prinzipalin der "Pfeffermühle", als Kinderbuchautorin, als Journalistin und Kriegsreporterin, als Familieninstanz, als Nachlassverwalterin und Herausgeberin der Werke ihres Bruders und ihres Vaters sowie als prozessfreudige Inhaberin der literarischen "Firma Mann".
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.11.2005
Tilmann Lahme bespricht zwei Bücher, die jetzt zum hundertsten Geburtstag von Erika Mann erscheinen. Von Ute Krögers Porträt ist der Rezensent begeistert und er rechnet es der Autorin hoch an, dass sie bei aller Sympathie für ihre Protagonistin deren schwierigen und unangenehmen Charakterzüge nicht verschweigt. Neben der Kabarettistin und der unermüdlich im Dienst für das Werk des Vaters Tätigen streiche Kröger vor allem Erika Manns Verdienste als Kinderbuchautorin hervor, konstatiert der Rezensent. Den "Höhepunkt" dieser "brillanten Porträtskizze" aber sieht Lahme im Kapitel über die Beziehungen der Mann-Familienmitglieder, in dem die Autorin nicht nur den starken Zusammenhalt, sondern auch die "innerfamiliären Konflikte" der Manns interessant schildert. Ein "glänzend formulierter Essay", der Erika Mann in all ihren Facetten "lebendig" werden lässt, preist der begeisterte Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.11.2005
Die Standardbiografie zu Erika Mann ist schon vor zehn Jahren entstanden, geschrieben hat sie Irmela von der Lühe. Die nun zum hundertsten Geburtstag erscheinenden Bände widmen sich daher eher Seitenaspekten des Lebens der als Tochter Berühmten. Der Akzent liegt bei Ute Krögers Biografie auf den Schweizer Jahren Erika Manns. Ein allzu schmeichelhaftes Porträt scheint da nicht möglich, denn die einst erfolgreiche Schauspielerin, Kabarettistin und Autorin erweist sich nun, so der Rezensent Manfred Koch, als "dominant im Auftreten, eitel und eifersüchtig", ja, "maßlos im Hass bis hin zu paranoiden Ideen". Als großes Verdients rechnet es Koch der Biografin allerdings an, dass sie dies nur als eine Seite Manns darstellt. Daneben sei diese eben auch eine charismatische Frau, eine begabte Polemikerin, nicht zuletzt die Antreiberin ihres "ewig zaudernden Vaters" gewesen. Besonders gelungen findet der Rezensent das Kapitel über die Kinderbücher, die Kröger als denen Erich Kästners durchaus ebenbürtig begreift. Es wird Zeit, schließt Koch seine sehr freundliche Besprechung, dass nach "Stoffel fliegt über das Meer" weitere dieser Kinderbücher wiederveröffentlicht werden.
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