Eine Innensicht des alltäglichen Faschismus in den Dreißigerjahren. Beobachtet von einer Sozialdemokratin, die das Land Baden als aktive Wahlkämpferin kennen gelernt hatte und ihre Stadt Freiburg als Lokalredakteurin mit allen Beziehungsklüngeln durchschaute. Verfasst von einer Journalistin, die mit ihrem munteren Sarkasmus und ihrem zielgerichteten Zorn auch für die "Weltbühne" geschrieben hat.
Elke Schmitter erzählt in ihrer Rezension zunächst die ungewöhnlliche Entstehungsgeschichte dieses Textes, der das Resultat eines von der Zeitschrift Atlantic Monthly veranstalteten Preisausschreibens war. Dabei sollten Flüchtlinge 1940 ihre Erlebnisse während des Nationalsozialismus` beschreiben. Schmitter nimmt diese Tatsache zum Anlass, ein solches Projekt auch der "sozialdemokratisch-grünen Bundesrepublik" zu empfehlen, die sich ihrer Meinung nach bisweilen schwer tut, zwischen Wichtigem und Schwerwiegendem zu unterscheiden. Bei Vordtriedes Text betont sie vor allem die "nüchterne, zugleich von politischem Ethos getragene Darstellung". Sie bemängelt lediglich ein falsches Heidegger-Zitat, worüber sie sich - angesichts der ansonsten "aufmerksamen Kommentierung" des Verlags - ein wenig überrascht zeigt.
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