Unter der Leitung des Historikers Dan Diner widmet sich das Simon-Dubnow-Institut in Leipzig der Erforschung der Geschichte und Kultur der mittel- und osteuropäischen Judenheiten als Teil einer gesamteuropäischen Geschichte. Mit der bevorstehenden Erweiterung der Europäischen Union rückt der ostmitteleuropäische Raum wieder mehr in unser Blickfeld. Seine Geschichte wiederzugewinnen und die zerstörten jüdischen Lebenswelten in ihrer Wechselbeziehung zur nichtjüdischen Umwelt historisch zu rekonstruieren und damit auch zu verlebendigen, hat sich das Institut daher als Aufgabe gestellt. Das Jahrbuch des Simon-Dubnow-Instituts veröffentlicht Beiträge internationaler Forscher in deutscher und englischer Sprache.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.02.2003
Thomas Meyer findet dieses historische Jahrbuch, in dem verschiedene Aspekte jüdischer Geschichte behandelt werden, spannend und sehr gelungen. Das liegt vor allem an den ausgewählten Themen und angewendeten Forschungsmethoden: "In nahezu fast allen Beiträgen zeigt sich, dass die Aufnahme neuer Methoden und die resolute Verabschiedung des Paradigmas, nach dem jüdische Geschichte ausschließlich eine Minderheitengeschichte sei, zu fruchtbaren Ergebnissen führt". Besonders die Recherche von Anke Hilbrenner und Nicolas Berg über die Todesumstände des Institut-Namenspatrons Simon Dubnow und die verschiedenen Versuche zur Rettung seines Lebens findet Meyer "faszinierend". Er lobt das Jahrbuch als "beachtlichen kontinentalen Bruder" des britischen 'Leo-Baeck-Yearbooks".
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