Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Aharon Appelfeld

Zeit der Wunder

Roman

Cover: Zeit der Wunder

dtv, München 2002
ISBN-10 3423129964
ISBN-13 9783423129961
Taschenbuch, 240 Seiten, 9,50 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Ute Spengler. Österreich 1938. Der zwölfjährige Bruno kehrt mit seiner Mutter aus den Sommerferien in seine Heimatstadt zurück. Da stoppt der Zug auf freier Strecke, und eine klare Lautsprecherstimme schallt durch den Raum: Alle Ausländer sowie Nichtchristen haben sich sofort registrieren zu lassen. Anzeichen des heraufziehenden Unheils sind überall. Nur Brunos Vater, ein gefeierter jüdisch-österreichischer Schriftsteller, sucht unermüdlich nach Erklärungen für das Unerklärliche. Alle Demütigungen schiebt er auf die Ostjuden. Als die früher so stille Kleinstadt sich immer deutlicher gegen sie wendet und sich die verleumderischen Angriffe auf sein Werk und seine Person verstärken, übernimmt er sogar grundlegend antisemitische Positionen und verlässt Frau und Sohn....

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.01.2003

Nicht als "plötzliches Glück", sondern als blanke "Fassungslosigkeit" sei das "Wunder" in Aharon Appelfelds Titel zu verstehen, erklärt der Rezensent Paul Jandl. Dieser 1978 erstmals erschienene Roman, der aus der Perspektive eines "genau beobachtenden Kindes" die "subtilen Veränderungen" in einem zunehmend antisemitischen, fiktiv-konkreten Österreich schildere, mache das "Jüdische" zum Thema und zur Frage. Voller Bewunderung beschreibt Jandl, wie Appelfeld das spätere Trauma als "unruhigen Schlaf" beginnen lasse, "in den Albträume einfallen", und die Ereignisse in eine "Nacht" zu tauchen, die auch symbolisch als "Umnachtung" zu verstehen sei. Überhaupt sei Appelfelds "durch strenge Symbolik disziplinierter" Roman ein Meisterwerk der bedeutsamen Verknüpfung. Auch "Kafka-ähnliche Motive" habe Appelfeld "virtuos" eingearbeitet und einen Text geschaffen, "der die Evokationen des Ausgeliefertseins zum eindringlichen Bild verdichtet". Bemerkenswert findet Jandl, dass Appelfeld die Frage nach der "prinzipielle Identität der Juden" stellt, ohne auf das Täter-Opfer-Schema zurückzugreifen, sondern "mit aller Wucht des Paradoxen". All das mache "Zeit der Wunder" zu einer "zeitlosen Vision vom Untergang der europäischen Zivilisation".

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren