Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Anthony D. Kauders

Unmögliche Heimat

Eine deutsch-jüdische Geschichte der Bundesrepublik

Cover: Unmögliche Heimat

Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2007
ISBN-10 3421059241
ISBN-13 9783421059246
Gebunden, 304 Seiten, 22,95 EUR

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Klappentext

Nach dem Holocaust schien es undenkbar, dass in Deutschland wieder Juden leben könnten. Doch viele, die überlebt hatten, blieben, andere kehrten zurück, zum Missfallen der Juden im Ausland. So war das Leben in der Bundesrepublik zunächst geprägt von fehlendem Schuldbewusstsein bei Nichtjuden und Schuldgefühlen bei Juden, die sich für ihr Bleiben rechtfertigen mussten. Wie sich das komplizierte Verhältnis zwischen Juden und Nichtjuden entwickelte, welche Rolle jüdisches Leben in der jungen deutschen Demokratie spielte und wie jüdische Gemeinden wieder Fuß fassten, beschreibt Anthony Kauders erstmals auf breiter Quellengrundlage.

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Unmögliche Heimat - eine Leseprobe bei DVA

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.09.2008

Positiv aufgenommen hat Ludger Heid diese Geschichte der Juden im Nachkriegsdeutschland, die Anthony D. Kauders vorgelegt hat. Er rekapituliert die unterschiedlichen Phasen deutsch-jüdischer Geschichte in der BRD der fünfziger bis achtziger Jahre, beleuchtet die Gründe von Juden, sich nach dem Holocaust für ein Leben in Deutschland zu entscheiden, und berichtet über ihr Verhältnis zu Israel und die Zuwanderung von Juden aus den GUS-Staaten nach dem Fall der Mauer. Dabei konstatiert er auch, dass die Geschichte der Juden in der BRD nach dem Holocaust im Grunde "unspektakulär" sei. Die jüdische Bevölkerung sei "zahlenmäßig unbedeutend, überaltert, nahezu unsichtbar" gewesen, der real existierende Antisemitismus dagegen "geradezu imposant". Insgesamt schätzt Heid Kauders' Buch als einen ironischen und mit Schwung geschriebenen Essay.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.04.2008

Als einen "lesenswerten Streifzug durch die deutsch-jüdische Geschichte" empfindet Rezensentin Claudia Schwartz das Werk von Anthony D. Kauders. Jüdischsein ist in jedem Jahrzehnt der Bundesrepublik Deutschland unterschiedlich definiert worden, schreibt Claudia Schwartz. Schritt für Schritt wurde aus dem "Dauerprovisorium ein Zuhause". Neben der vorsichtigen Annäherung zurückgekehrter Juden an ihre Heimat werde auch die aktuellste Problematik gut beschrieben: Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion sei eine große Anzahl osteuropäischer Juden nach Deutschland gekommen, was für Spannungen innerhalb der jüdischen Gemeinden sorge. Die Rezensentin schreibt dem Autor einen "nüchtern-kritischen Blick" zu, mit dem er die "schwierige Koexistenz zwischen Deutschen und Juden bei aller Selbstverständlichkeit im Zusammenleben" beschreibt.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 31.01.2008

Mit Interesse aber auch gemischten Gefühlen, und immer wieder deutlich formulierter Distanz zur gelegentlich beobachteten Überheblichkeit mancher Urteile dieses in Zürich geborenen Historikers hat Rezensent Willi Jasper dessen jüdische Nachkriegsgeschichte gelesen. Besonders die Teile über die Beziehungen der in Deutschland nach 1945 wieder ansässig gewordenen Juden zur Bundesrepublik und dem Staat Israel findet er ebenso spannend wie komplex. Irritiert ist Jasper, dass Anthony D. Kauders die deutschen Nachkriegsjuden als antiintellektuell beschreibt, ohne einfühlsam oder gar analytisch die Ursachen dafür zu beleuchten. Auch Kauders Urteil über das Rückkehrverhalten prominenter jüdischer Intellektueller nach 1945 findet Jasper anfechtbar.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren