1 Audio-CD. 66 Minuten. Gelesen von Gottfried John, Bobo, Alexander Hacke und anderen. Diese Hörspielproduktion konzentriert sich auf den Monolog des old man Burroughs, der seine Gedanken, Reflexionen und Träume frei assoziiert. Zwischen Beobachtungen aus dem Alltag tauchen Freunde (Gysin, Bowles, Joan, Ginsberg) ebenso auf wie Flashbacks zu den wichtigsten Orten seines Lebens (Tanger, Mexico, New York, Paris). Der Monolog wird aufgebrochen von einer weiblichen Stimme, die ihn um eine emotionale Ebene erweitert, und elektronische Soundtracks, mit denen Ulrike Haage ihre poetische Handschrift als Komponistin von Wort und Musik als eigene Sprache (third mind) konsequent fortsetzt.
William S. Burroughs Tagebuchaufzeichnung zwischen November 1996 und Juli 1997, drei Tage vor seinem Tod, erscheinen Harald Fricke als Kommentar auf eine "Gegenwart, die eben erst den Raum verlassen hat". Die unzähligen Eintragungen über Drogensucht und die Freuden der Halluzination lesen sich 2002 für den Rezensenten "nur mehr wie ein Beatleben in weiter Ferne". Daneben geht es um die Exzesse von Baudelaire, um den ausschweifenden Lebenswandel von Jean Genet, André Gide oder Allen Ginsburg, und um den Verlust seiner geliebten Katzen zu sein, verrät Fricke. Trotzdem sind Burroughs "Last Words" auf CD "nicht die sentimentalen Gesänge eines alten Mannes geworden", freut sich der Rezensent. Er lobt insbesondere den Sprecher Gottfried John, dessen Stimme mit einer Sturheit durch die Texte knarre, in der immer schon die Verächtlichkeit gegenüber dem Sterben liege. Auch Ulrike Haages Soundcollagen haben Fricke recht gut gefallen. Die Sopraneinlagen einer Frau namens Bobo hätte man sich allerdings sparen können: "kein echter Sound of Burroughs, sondern Kirchenchor", befindet Fricke.
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