Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.07.2002
"Wo andere schon längst die Postmoderne hinter sich gelassen und eine 'zweite Moderne' ausgerufen haben", schreibt Rezensentin Veronika Schöne, hält Peter Bürger noch immer an der Moderne fest, und sei es, um ihr Altern festzustellen. In seinen aus den Jahren 1983 bis 2000 stammenden Aufsätzen diagnostiziere Bürger, dass sich die Kunst in einem "formalistischen Purismus totlaufe", weil sie ihrer "aporetischen Situation" nicht gerecht werde. Aporetisch deshalb, weil die Kunst einerseits für sich beanspruche, "die Grenze zwischen Kunst und Leben aufzuheben", weil sie aber andererseits nur noch dann einen Wahrheitsanspruch hegen könne, wenn sie ihre eigene Negation in sich aufnehme. Bürger sucht, so die Rezensentin, einen Ausweg aus dieser Aporie. Doch dieser führe nicht unbedingt in die Postmoderne, so wie sie sich artikuliert, nämlich im herausposaunten Bruch mit der Moderne und in der Tabuisierung 'traditioneller Formen', sondern in deren dialektisch-kritische Einbeziehung. Das bedeutet, so Schöne, dass Bürger im Gegensatz zu Adorno die Rückkehr zu einer Autonomie der Kunst nicht für praktikabel hält. Auch das schaffende Subjekt stecke laut Bürger in der Klemme: zwischen dem hyperrelativierenden Pluralismus der Postmoderne, der keiner Aussage mehr Gültigkeit zubillige, und der Forderung nach "unmittelbarer Evidenz" des Kunstwerks. Diese Spannung auszuhalten und die Postmoderne als Krisenbewusstsein zu begreifen, das sei laut Bürger allein Joseph Beuys gelungen. Dieser "fast esoterische Schamanismus Beuysscher Prägung" wirkt auf die Rezensentin allerdings ein wenig "befremdlich", vor allem "angesichts des Scharfsinns", den Bürgers Aufsätze auszeichnen.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








