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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Werner Hofmann

Wie deutsch ist die deutsche Kunst?

Eine Streitschrift

E. A. Seemann Verlag, Leipzig 1999
ISBN-10 3363006896
ISBN-13 9783363006896
Taschenbuch, 108 Seiten, 15,29 EUR

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.05.2000

Peter Bürger macht sich in seiner groß angelegten Sammelbesprechung Gedanken zur Frage nach dem Deutschen in der deutschen Kunst, die er in den folgenden vier Büchern thematisiert sieht.
1) Martin Warnke: "Geschichte der deutschen Kunst". Band II: Spätmittelalter und frühe Neuzeit 1400 - 1750 (C.H. Beck Verlag)
Dass die Frage nach dem Deutschen in der deutschen Kunst für Kunsthistoriker nach 1945 eine "Offene Wunde" trifft, werde bereits bei Martin Warnkes Buch deutlich, der versuche, das Problem zurückzuweisen, wodurch es nur noch offener zu Tage trete. Als Beispiel nennt Bürger den Verzicht auf eine Deutungsgeschichte des Isenheimer Altars. Hier sieht der Rezensent ein Manko, für das er allerdings größtes Verständnis hat.
2) Jean Clair: "Die Verantwortung des Künstlers" (DuMont Verlag)
Jean Clairs Buch kommt in der Rezension schlechter weg. Es gehe von einer "vereinfachten Konstruktion der Kunst des 20. Jahrhunderts" aus, die letztlich "anti-modernes Ressentiment" erkennen lasse. Zudem zweifele der Autor seine eigenen Thesen wiederholt an, zöge daraus jedoch keine gedanklichen Konsequenzen.
3) Werner Hofmann: "Wie deutsch ist die deutsche Kunst?" (Seemann Verlag)
Auch Werner Hofmann, der sich in seinem Buch mit Clair auseinandersetzt, muss sich Kritik gefallen lassen. Durch die Vielzahl der untersuchten Künstler und Werke verliere der Leser den Überblick und habe Schwierigkeiten, den Bezug zum Titel der Studie zu bewahren. Bürger zweifelt, ob hier das Wort "deutsch" noch eine "Klammer für die Heterogenität der behandelten Gegenstände" sein kann.
4) Hans Belting: "Identität im Zweifel" (DuMont Verlag)
Hans Belting schließlich, der sich mit historischem Ansatz des Problems annimmt, schreibe zwar mit "wohltuender Distanz", von der deutschen Identität und ihrer Kunst, kultiviere dies aber derart, dass es befremdlich wirke. Wie schon Hofmann würde Belting der Frage, was denn spezifisch deutsch an deutscher Kunst sei, am konkreten Beispiel gern aus dem Weg gehen. Vielleicht, so schließt Bürger, sollte man das Problem doch lieber den Engländern und Franzosen überlassen, denn es sei möglich, "dass die Frage uns immer wieder blockiert."

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.1999

Eduard Beaucamp, der hauptamtliche Kunstkritiker der FAZ, bespricht den Band zusammen mit Hans Beltings „Identität im Zweifel - Ansichten der deutschen Kunst“ (Dumont), nutzt die Doppelrezension aber eher zur Entfaltung eigener Thesen als zur Auseinandersetzung mit den Büchern.
1) „Wie deutsch ist die deutsche Kunst?“
Beaucamp erklärt nicht, warum sich Hofmanns Buch im Untertitel als „Streitschrift“ präsentiert. Hofmann, so Beaucamps kurze Anmerkung in der langen Kritik, habe ein therapeutisches Ziel, nämlich „die Auflösung von nationalen Klischees“. Lobenswert findet Beaucamp, dass Hofmann die Schlüsselrolle Adolf Menzels in der deutschen Kunst hervorhebe.
2) „Identität im Zweifel - Ansichten der deutschen Kunst“
Die Beschäftigung mit dem Deutschen in der Kunst grassiere, meint Beaucamp, aber Belting wirft er noch „Vorbehalte gegenüber den deutschen Kunstwegen“ vor. Es handele sich bei dem Band um „sehr locker verstreute Aufsätze und Reden“. Belting sehe in einem der Aufsätze zwar ein, dass auch die Beiträge ostdeutscher Künstler zur Kunstgeschichte neu gewürdigt werden müssten, aber er verharre im Prinzipiellen und werde dabei wenig konkret.

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