Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
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Aus dem Archiv
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Mit Abbildungen. Aus dem Spanischen von Elke Wehr. Mehr als einen ambivalenten bildnerischen Reiz ? eine wirkliche Herausforderung stellt das Werk des "rabiaten" deutschen Künstlers George Grosz für den Schriftsteller Mario Vargas Llosa dar. "Meine Faszination durch das, was er während seiner sechsundsechzig Lebensjahre malte, zeichnete, schreib, tat und nicht tat, rühr ebenso aus Wahlverwandtschaften wie aus starken Gegensätzen her." Ein lebhaftes Porträt des Künstlers ist hier gezeichnet: eine leidenschaftliche Lektüre des Werks von Grosz und eine scharfsinnige Auseinandersetzung mit einer Kunst, die die Verbindung zur wirklichen Welt nie gekappt hat und von sehr vitalen Kräften bewegt wurde. So ist dieser Essay auch eine Art "Selbstporträt im Spiegel" des Schriftstellers Vargas Llosa.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.12.2000
Das literarische Denkmal, schreibt Ralf Konersmann, das der weltbekannte peruanische Schriftsteller dem "Mitschöpfer des Mythos, der sich bis heute um die 20er Jahre rankt", gewidmet habe, umfasse nur wenige Seiten. Doch es überzeugt ihn durch "Einfallsreichtum" und "Scharfsinn". Leider leuchtet kaum etwas davon in dieser Kritik, die sich blässlich durch den kurzen Text vorankämpft. Ein bisschen das "Panoptikum einer Bilderwelt, die ein ganzes Welttheater aufbietet, um ihre blasphemischen Erregungen hinauszuschreien", vorführt. Llosa gegen "Puristen" in Schutz nimmt, die möglicherweise "die Verwischung der Grenze zwischen Leben und Werk" anstößig finden könnten. Sodann etwas von Grosz` Lebensgeschichte anklingen lässt und ein wenig auf die "radikalen Formgebung" und deren "tiefe Menschlichkeit" zu sprechen kommt. Und schließlich irgendwie alle Fragen offen lässt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.10.2000
Gregor Wedekind gibt zu, dass er zunächst skeptisch war, als er bemerkt hat, mit welch luxuriöser Ausstattung hier ein einzelner Essay präsentiert wird. Doch diese Skepsis hat sich anscheinend schnell in Luft aufgelöst, denn Vargas Llosa erweise sich nicht nur als großer Kenner und Bewunderer Grosz`, sondern habe durchaus auch die Widersprüchlichkeit im Werk des Künstlers erkannt und dies in seinem `wunderbar leichtfüßigen` Text beschrieben, und zwar ohne Anflüge einer Art Heiligenverehrung. Wedekind gefällt es, dass der Autor Grosz in keiner Weise instrumentalisiert, ihn weder in politischer Hinsicht als radikal zeigt, noch ihn als `humanistisch gesinnten Sozialkritiker` verharmlost. Zwar sieht Wedekind in Vargas Llosas Bild von Grosz einige Parallelen zwischen den Werdegängen beider, was man kritisieren könne. Dennoch tut dies der Qualität des Bandes seiner Meinung nach keinen Abbruch. Allen Lesern, die sich sowohl für Grosz wie auch für die Veröffentlichungen Vargas Llosas interessieren und darüber hinaus `die Kunst des Essays zu schätzen wissen`, legt er diesen Band mit Nachdruck ans Herz.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.09.2000
Von einem "extravaganten Standort aus", meint Rezensent Wilfried F. Schoeller, ist dies eine ungewöhnliche "Einführung in George Grosz": der rabiate "Kommunistenfresser" Vargas Llosa beschäftigt sich mit den Zeichnungen des deutschen Kommunisten. Dabei geht es ihm vor allem jedoch, offenbar fasziniert von der Darstellung des Abstoßenden, um eine Klärung des Kunstbegriffs. Kunst soll für Llosa weder "der Gesellschaft dienen" noch "harmonischer Ausdruck" sein; vielmehr, so zitiert ihn Schoeller, geht es Llosa bei Grosz um die `baudelairsche Ästhetik des "Verfemten"`, die am Ende als "in sich geschlossene Welt" Antwort gibt auf das soziale Leben, mit dem ihn nur eine ?dünne Nabelschnur? verbindet. Zwar erfährt man hier eigentlich wenig Neues, meint der Rezensent, aber immerhin wird man durch "kluge, bisweilen elegante Bildbeschreibungen" entlohnt.
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