Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Yasushi Inoue

Das Jagdgewehr

2 CDs

Cover: Das Jagdgewehr

Kein und Aber Records, Zürich 2005
ISBN-10 303691157X
ISBN-13 9783036911571
CD, 15,99 EUR

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Klappentext

2 CDs, 123 Minuten. Gesprochen von Christrian Kracht, Sandra Schwittau, Hannelore Elsner und Marvie Hörbiger. Mit einem Jagdgewehr "auf dem wunderlich einsam wirkenden Rücken des Jägers", der seinen Weg durchs Gebirge zieht, fängt alles an. Fasziniert von diesem Bild, schreibt ein Dichter das Gedicht "Das Jagdgewehr". Der einsame Jäger liest das Gedicht in seiner "Jägerzeitung" erkennt sich selbst in den Zeilen wieder und schreibt dem Dichter, genauer: Er schickt ihm die Abschiedsbriefe dreier Frauen, die sein Leben bestimmten: seiner Frau, seiner Geliebten und deren Tochter. Aus drei Perspektiven erzählen diese Briefe die Geschichte seines Lebens, die Geschichte einer verbotenen Liebe, die in Wirklichkeit eine Geschichte der Einsamkeit ist. Und sie erklären, weshalb der Mann mit dem Jagdgewehr so still und einsam seinen Weg geht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.2005

Ein "intensives, zweistündiges Hörerlebnis" hat Barbara Catoir anzuzeigen. Yasushi Inoues Erzählung, die 1964 in deutscher Übersetzung erschien, lässt sich zum anfänglichen Erstaunen der Rezensentin "hervorragend" auf CD übertragen. Gerade die Konzeption als Briefroman und das damit einhergehende Fehlen jeglichen direkten Dialogs lasse die einzelnen Stimmen "suggestiv" erscheinen. Dazu kommt noch ein "meisterhafter" Spannungsbogen und die durch die mehrfache Perspektive "irrlichternde" Beschreibung der Hauptperson, auf die sich alles bezieht. Der Jäger Josuke Misugi wird von zwei Frauen geliebt, das Buch besteht aus den Abschiedsbriefen seiner Frau, der Geliebten und deren Tochter. Er selbst kommt nur indirekt über einen Dichter, der als Erzähler fungiert, zu Wort. Zu dem formalen Schweigen des Briefromans gesellt sich ein inhaltliches Schweigen über die Affäre, die von den Briefverfasserinnen nur ganz am Ende, als alles zusammenbricht, angesprochen wird. Besonders beeindruckt hat Catoir die "ganz und gar uneitle, ruhige tiefe Stimme" des Erzählers, verkörpert von Christian Kracht. Sofort und widerstandslos findet sich die Rezensentin im "Bann seiner Worte" wieder.

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