Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
In diesem Buch finden sich Gedichte und kürzere Prosatexte von einigen der bekanntesten japanischen Autoren und Autorinnen des 20. Jahrhunderts: Kitagawa Fuyuhiko, Tanikawa Shuntaro, Ibuse Masuji, Abe Kobo, Sata Ineko, Kawabata Yasunari, Inoue Yasushi, Dazai Osamu und Mishima Yukio. Die Übersetzungen von Siegfried Schaarschmidt sind ergänzt durch Porträts und persönliche Erinnerungen an Begegnungen des Übersetzers und Essayisten mit den Schriftstellern.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.10.2002
Diese Anthologie zur japanischen Literatur des 20. Jahrhunderts stammt aus dem Nachlass des 1998 verstorbenen Japanologen Siegfried Schaarschmidt, wie Steffen Gnam erklärt. Schaarschmidts Frau habe Aufsätze, Artikel, private Notizen, Übersetzungsarbeiten zu einem Kompendium verwoben, das einen Blick auf "genuin japanische Sichtweisen und Schreibstile" erlaube, aber ebenso die Verbindung mit europäischen Einflüssen aufzeige. Schaarschmidts Streifzug offenbare eine große Bandbreite japanischer Stilrichtungen, berichtet Gnam: von surrealistischen Autoren und proletarischen Erzählern bis hin zur halbdokumentarischen Nachkriegsliteratur, die sich der Überlieferung der schrecklichen Ereignisse verpflichtet sah. In jedem Fall, lautet Gnams Schlussfolgerung, bedeutete der Krieg eine Zäsur für die vorher sehr experimentierfreudige japanische Literatur. Die Nachkriegsliteratur lasse sich für Schaarschmidt am besten über die heiter-fatalistischen Erzählungen von Abe Kôbô erschließen, beendet Gnam seinen Kurzdurchgang.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.09.2002
Als einen der "bedeutendsten, vor allem subtilsten Übersetzer, Kenner und Vermittler der japanischen Literatur" würdigt der L.L. zeichnende Rezensent Siegfried Schaarschmidt. So zeigt er sich auch erfreut darüber, dass Irmtraud Schaarschmidt-Richter nun eine Sammlung von Autorenporträts, Nachrufen und Übersetzungsproben ihres verstorbenen Mannes herausgegeben hat. Das Spektrum der Autoren reicht dabei von Dazai Osamu und Tanikawa Shuntaro über die großen, auch hierzulande bekannten Namen Kawabata, Inoue, Abe, Ibuse und Mishima bis zum Lyriker Kitagawa Fuyuhiko und zu Sata Ineko, berichtet der Rezensent. Er hebt hervor, dass die Schaarschmidts mit Ausnahme von Dazai und Mishima alle Autorinnen und Autoren persönlich aufgesucht haben. Dabei ging es nach Ansicht des Rezensent nicht um den "Einbruch in eine Intimsphäre", sondern um die "Begegnung in einem ästhetischen Zusammenhang, der Haus, Garten, Kalligraphie umfasst und um die ganz persönlichen Konturen." Entstanden ist ein Band, schießt der Rezensent, voller "Bilder und Chiffren", der an einen großen Übersetzter erinnert.
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