Bücherschau der Woche
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Klappentext
In diesem Buch wird zum ersten Mal die Eigentümerstruktur der drei großen Agenturen offengelegt: Es handelt sich dabei um die größten Hedge- und Investmentfonds, die aus der hohen und dauerhaften Verschuldung von Unternehmen, Staaten und Konsumenten Gewinn ziehen. Ein Blick auf die Praxis der Rating-Agenturen zeigt: Ihre Macht gewinnen sie durch ihre Eigentümer, aber auch durch die staatlich und überstaatlich erteilte Wächterfunktion. Sie sind mit Fonds, Banken, Staaten, Zentralbanken, Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds Teil der gegenwärtigen Kapitalmacht. Als vermeintlich unabhängige und objektive Wächter des Marktes helfen sie ihren Eigentümern dabei, Unternehmen, Staaten und ganze Volkswirtschaften zu enteignen. Dabei schrecken sie vor suggestiven Ratings ebenso wenig zurück wie vor der Inszenierung von Krisen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.03.2013
Da kann der Rezensent nur hoffen, dass nicht alles stimmt, was der Autor da über die Ratingagenturen schreibt. Allemal erhellend jedoch findet Thomas Thiel, was der Sozialwissenschaftler Werner Rügemer über die oft komplexen Eigentumsverhältnisse hinter den Agenturen herausgefunden hat, über die beunruhigenden Verflechtungen von Hedgefonds, Banken und Unternehmen mit den sie bewertenden Agenturen. Dass nicht alles belegbar ist und Rügemer in seinen Aussagen mitunter spekulativ bleibt, ändert für Thiel nichts an seinem Verdienst, missbrauchsfördernde Strukturen aufgedeckt zu haben. Ergebnisse, die Thiel inzwischen durch den Umstand bestätigt sieht, dass Nationen erfolgreich gerichtlich gegen Ratingagenturen vorgehen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.10.2012
Werner Rügemer hat mit "Rating-Agenturen" eine Pflichtlektüre vorgelegt, annonciert der hier rezensierende Ökonom Rudolf Hickel. Nach einem kurzen Überblick über die Geschichte der größten drei Agenturen (Standard & Poor's, Moody's, Fitch), widmet sich der Autor den komplizierten Eigentümerstrukturen und -verwicklungen zwischen ihnen und der Finanzindustrie. Vor allem legt er die Quelle ihrer Profitabilität offen, vermerkt Hickel erfreut: "Systematisch gepflegte Intransparenz sowie die mangelnde Haftung für Fehlentscheidungen". Nur Rügemers Verbesserungsvorschläge findet Hickel unrealistisch. Zu sehr arbeite sich der Autor an den Grundfesten des "finanzmarktgetriebenen Kapitalismus" ab, zu wenig widme er sich machbaren Reformen. Das Buch empfiehlt der Rezensent nichtsdestotrotz Kapitalismuskritikern und -anhängern gleichermaßen.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.08.2012
Als überaus instruktiv wertet Kai Schlieter dieses Buch über Rating-Agenturen von Werner Rügemer. Auch wenn die Materie sperrig sei, gelinge es dem Autor, einen guten Ein- und Überblick über diese einflussreichen Spieler im Finanzsystem zu geben. Detailliert erläutert Rügemer dem Rezensenten zufolge die Entstehung dieser Agenturen und legt dar, wer eigentlich dahinter steckt, nämlich die selben Akteure, denen ökonomische Potenz bescheinigt werden soll. Dass die Ratings weder objektiv noch vollständig sind und dass die Agenturen dafür keine Garantien übernehmen, ist für Schlieter nur einer der vielen Punkte, die fassungslos machen. Er attestiert dem Autor, überzeugend zu belegen, dass die Rating-Agenturen keineswegs unabhängig sind. Sein Fazit: nicht immer leicht verdaulich, aber lesenswert und aufschlussreich.

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Werner Rügemer, 1941 in Köln geboren, arbeitet als freier Autor und ist Mitglied von Transparency International (TI), Business Crime Control (BCC) und des Deutschen Schriftstellerverbandes (VS).mehr lesen













