Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Valery Wilson Wesley

Es wird alles anders bleiben

Roman

Diogenes Verlag, Zürich 2001
ISBN-10 3257062907
ISBN-13 9783257062908
Gebunden, 423 Seiten, 22,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Gertraude Krueger. Die Bibliothekarin und Künstlerin Eva Hutchinson, 40, ist nicht auf Veränderungen aus. Doch genau die blühen ihr eines Freitags, am 13. Juni, als Hutch, mit dem sie seit 10 Jahren verheiratet ist, seinen Koffer packt und, ohne eine neue Freundin, in die Nacht hinausstapft auf der Suche nach jener Lebensfreude, die er in ihrer Ehe nicht mehr findet. Nichts mehr bleibt so, wie es war...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.03.2002

Die Übersetzung dieses Buches ins Deutsche hätte man sich einfach sparen können, ärgert sich Stephan Maus über Valerie Wilson Wesleys Roman "Es wird alles anders bleiben". "Groschenroman", "Soap-Literatur" und "Klischee-Patchwork" sind die Worte, zu denen sich der Rezensent nach der Lektüre bewogen fühlt. Die Autorin hat ein belangloses Beziehungs-, und Handlungsgeflecht konstruiert, ohne die darin vorkommenden Charaktere authentisch zu zeichnen, was der Rezensent auf unzureichendes psychologisches Einfühlungsvermögen zurückführt. Nicht einmal das Verhalten einer Katze sieht er "glaubhaft dargestellt". Und dann drücken diese "rührseligen Seelendramolette" auch noch gehörig auf die Tränendrüse, so Stephan Maus echauffiert, der sich fragt, wie es möglich ist, dass ein solches Buch als "höhere Kunst auf dem Literaturmarkt positioniert wird". Für den Rezensenten ist der Roman einfach nur "Humbug" und mehr schon nicht.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.01.2002

Valerie Wilson-Wesley, "die Erfinderin der ersten schwarzen Privatdetektivin", habe sich diesmal an einen Liebesroman gewagt, freut sich Margit Irgang, denn ihre Stärken, die "Einfühlung in ihre Figuren, das Auffangen feiner Gefühlsregungen und ihr blitzschnelles Umschlagen ins Gegenteil" kommen ihrer Meinung nach auch in dem neuen Genre zum Tragen. Irgang entdeckt jedenfalls auch in "Es wird alles anders bleiben" "überzeugende Charaktere, die voller Abgründe sind und dennoch zart sein können". Inhalt dieses Buches ist die Ehekrise zweier Menschen aus dem amerikanischen Mittelstandsmilieu. Dass die beiden schwarz sind und somit trotz aller Merkmale eines gutbürgerlichen Lebens eine Randposition einnehmen, müsse man sich als Leser immer wieder ins Bewusstsein rufen, denn nicht viel im Roman deute darauf hin, beobachtet Irgang. Dies sieht die Rezensentin zwar als gesellschaflichen Fortschritt, für die Literatur wertet sie es jedoch eher als einen Verlust. Denn auch Valerie Wilson West beuge sich in ihrem Buch dem Anpassungsdruck der weißen Amerikaner, bedauert sie, und durchbreche diesen Kreis nur, wenn sie von der Liebe spricht.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.01.2002

Zugegeben, sieht aus wie der Plot eines Groschenromans. Was die Autorin allerdings daraus macht, verdient das Lob des Rezensenten Thomas Leuchtenmüller: In einer "psychologisch in weiten Teilen äußerst differenzierten Story" gibt sie nicht nur "kenntnisreich und ironisch" Einblicke in die wachsende schwarze Mittelschicht Amerikas, sondern zollt auch afroamerikanischen Erzählkonventionen "maßvollen Tribut", indem sie etwa dem Erbe der Vorfahren oder versierten Künstlern zentrale Rollen zugesteht. Dass sich Wesley nicht auf das "bekannte Wechselspiel von Liebe und Lüge" beschränkt, sondern auf Nebenschauplätzen die Verluste auch der "Umgebung" einer Mesalliance thematisiert, wertet das Buch für den Rezensenten gleichfalls auf. Gesegnet außerdem mit einer "adäquaten" Übersetzung wird es für ihn zu einem "guten Unterhaltungsroman".

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren