Die erregte Debatte der letzten Monate um die kleine Manneshaut und die Beschneidung ist symptomatisch. Die Schlachten um Religionsfreiheit und religiöse Gefühle werden härter. Rabbiner, Imame und Kardinäle kämpfen Seit an Seit - und finden reichlich Gehör. Das neue Buch von Tilman Jens zeichnet Stationen einer bedrohlichen Entwicklung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.09.2013
Entwarnung möchte Tanjev Schultz geben nach der Lektüre von Tilman Jens: Jens versuche in seiner Streitschrift dem klerikalen Zeitgeist hinterherzujagen und jagt dabei ein Phantom. Dass Politik und Gesellschaft in der Beschneidungsdebatte vor Kirche und Religion kuschen, wie der Autor kritisiert, kann Schultz jedenfalls nicht erkennen. Die Streitfreude möchte er Jens allerdings nicht verbieten, sie gefällt ihm ja als kurzweilige, manchmal martialische, dann wieder gut mit Beispielen unterfütterte Lektüre.
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