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Klappentext
Aus dem Italienischen von Joachim Schulte. Roberto Calasso führt durch ein imaginäres Museum der Dichter und Denker. Von Nietzsche über Robert Walser, Kraus bis zu Wedekind und Benjamin reicht der Bogen, auch verfemte Autoren wie Stirner oder Schreber lässt Calasso nicht aus. In den Essays findet man zahlreiche Verbindungen, verblüffende Assoziationen und erstaunliche Blickwinkel auf die Welt jenes archaischen Zeitalters, das einst die "Moderne" genannt wurde.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.09.2005
Voller Begeisterung lässt sich Thomas Steinfeld vom Flug der Gedanken des Verlegers und Autors Calasso mitreißen - auch wenn es, wie er unumwunden zugibt, bisweilen anstrengend ist, sich in Roberto Calassos Gedankenwelten einzuarbeiten. "Keinen gibt es, der das unselbständige Denken so kultiviert wie Roberto Calasso", schreibt Steinfeld, um gleich hinzuzusetzen, dass dies nicht als Kritik gemeint sei, sondern als Beschreibung eines Denkens das sich von großen Texten tragen lasse wie der Albatros vom Wind. Besonders von Calassos Ideen zu Nietzsche ist Steinfeld beeindruckt. Nach Meinung des Rezensenten merkt man den Essays ihre Entstehungsgeschichte, den Umstand, dass sie als Einführungs- und Begleittexte von Bucheditionen entstanden sind, an: Aber "der Zweck der Erläuterung kommt ihnen zugute."
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.07.2005
Als "feinsinniger Chronist der Moderne" erweist sich Roberto Calasso in seinem Essayband "Die neunundvierzig Stufen", befindet Rezensent Steffen Richter. Die Intention der vierzehn zwischen 1969 und 1990 entstandenen Texte erkennt Richter in der Rettung des vom rationalistischen Diskurs der Aufklärung nicht Wahrgenommenen oder von ihm Ausgeschlossenen. Dabei gehe es Calasso keineswegs um eine "schlichte Absage" ans Rationale, wohl aber um seine "Entzauberung als allein selig machende Doktrin". Richter unterstreicht die Bedeutung der Sprache für Calassos Denken, in ihr liege für ihn alles Heil und Unheil der Geschichte. So wundert es Richter nicht, dass Calassos Texte zwischen Analyse und Dichtung changieren. Die Bilder, die Calasso findet, auch wenn ihre Bedeutung nicht immer ohne weiteres zu entschlüsseln sind, lobt Richter als "höchst eindrucksvoll". Ebenso die zahlreichen gelehrten Exkurse. Einigen Urteilen, etwa die "Minima Moralia" seien Adornos "bedeutendstes Buch" oder Brechts Bühnenwerk sei "abgedroschen", kann sich Richter zwar nicht anschließen, insgesamt aber hat ihn der Band doch recht beeindruckt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.06.2005
Als bedeutende Essaysammlung lobt Rezensent Kurt Flasch diese Aufsatzedition des Philosophen und Adelphi-Verlagschefs Roberto Calasso. Gleichzeitig schilt er es jedoch als "selbstbezogenes Edelprodukt" eines Verlagsherren. Zwar beeindruckt ihn der feingeschliffene Stil der Texte ebenso wie deren individueller Diskurs, der aus Flaschs Sicht auf seinen Erkundungsgängen jenseits schulgermanistischer Gewohnheiten und literaturwissenschaftlicher Moden denkt. Oft hat die Sammlung für ihn auch "etwas nobel Verqueres". Manchmal sitzt ihm der Autor auf einem zu hohen theoretischen Ross. Deshalb sieht sich der Rezensent gezwungen, eine kleine Lesehilfe zu geben. Um in dem vollen Genuss der Qualität dieser Texte zu kommen, empfiehlt er, das Buch von hinten zu beginnen: also mit dem "eleganten Text über den Gegensatz von Fabeln und Wissen", dann mit dem "dichten Essay über Gottfried Benn" fortzufahren um zum "glänzenden Versuch" über Max Stirner vorzudringen. Im Innern schließlich treffe man dann auf Bert Brecht, dessen soziale Kitschkruste Calasso abkratze.
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