Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Rainer Hank

Das Ende der Gleichheit oder Warum der Kapitalismus mehr Wettbewerb braucht

Cover: Das Ende der Gleichheit oder Warum der Kapitalismus mehr Wettbewerb braucht

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2000
ISBN-10 3100300556
ISBN-13 9783100300553
gebunden, 287 Seiten, 20,35 EUR

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Klappentext

Wer heute in Deutschland für einen ungehemmten Wettbewerb streitet, wird rasch als Neoliberaler attackiert. Der moralische Angriff unterstellt einen Verzicht auf Gerechtigkeit, einen Rückfall in den nackten Wettbewerbskampf aller gegen aller. Doch die Attacke kann pariert werden: Die besseren Argumente, so Rainer Hank, sprechen für die dynamische und freiheitliche Kraft des Liberalismus, der sein eigenes moralphilosophisches Konzept hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.06.2000

Dagmar Deckstein äußert großen Respekt vor dem Mut des Autors, so offen und klar für den Liberalismus einzutreten. Dies hält sie für überfällig, rechnet allerdings auch mit großen Protesten seitens der "Traditionssozialdemokraten und Gewerkschafter". Dabei ist sie mit dem Autor völlig einer Meinung, wenn dieser die Ansicht vertritt, dass die "längst akzeptierte Ungleichheit", die zwischen erwerbstätiger und erwerbsloser Bevölkerung besteht, wesentlich ungerechter ist als eine unterschiedliche Höhe der Einkommen, die nach Leistung und Wissen gestaffelt ist. Hank räume in seiner Studie nicht nur mit diversen Mythen (Stichwort: "Manchester-Kapitalismus") auf, sondern zeige auch, welche Hindernisse in Deutschland für eine "dynamische Entfesselung der Marktkräfte" nach wie vor bestehen und die seiner Ansicht nach die Leistungsbereitschaft der Bevölkerung "im Keim" ersticken. Nicht zuletzt hebt die Rezensentin Hanks Analysen verschiedener "`Kapitalismen` angelsächsischer, asiatischer und kontinentaleuropäischer Provenienz" hervor.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.06.2000

Detmar Doering ist begeistert: Endlich wagt es ein Autor, sich in der stark moralisierenden Debatte um die Globalisierung, schlicht auf die Seite des amerikanischen Modells zu schlagen. Das beweise "intellektuellen Mut". Besonders angetan zeigt sich der Rezensent über die Argumente Hanks, wenn es gilt das von Anhängern der sozialen Marktwirtschaft ins Feld geführte Argument der sozialen Gerechtigkeit als "chancenmindernd und nichtfördernd" abzulehnen. Das amerikanische Modell sei mit seinem Glauben an Demokratie und Wettbewerb auch hier überlegen. Doering lobt Hanks Mut zum Tabubruch und seine "schwungvolle Feder".

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.05.2000

Ralf Altenhof hält diesen Beitrag für ein "wichtiges, lesenswertes Buch", räumt aber ein, dass der Autor wohl mit harscher Resonanz zu rechnen hat. Denn sein offenherziges Plädoyer für den Kapitalismus (`aus moralischen und sozialen Gründen`) dürfte - so Altenhof - manchen Protest provozieren. Der Rezensent sympathisiert aber spürbar mit Hanks Ausführungen, die er in kurzer Form wieder gibt. So spricht er die Auffassung des Autors an, dass radikaler Wettbewerb zu "zwar mehr Ungleichheit", aber höherer Chancengleichheit führe, und deshalb letztlich gerechter sei, und dass sich der Staat aus den meisten Bereichen zurückziehen sollte. Der Autor mache keinen Hehl aus seiner Sympathie für den angelsächsischen Kapitalismus, auch wenn er einräume, dass sich dieser sich eher als Orientierung für Deutschland und weniger zum uneingeschränkten Kopieren eignen würde Dem Schröder-Blair-Papier erteilt der Autor eine klare Absage, so Altenhof.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren