Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Mihaly Kornis

Der Held unserer Geschichte

Roman

Cover: Der Held unserer Geschichte

Rowohlt Verlag, Berlin 1999
ISBN-10 387134253X
ISBN-13 9783871342530
gebunden, 318 Seiten, 20,35 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Tábor ahnt, daß seine Arbeitshemmung mit dem Schweigen zu tun hat: in einer Familie von Holocaust-Überlebenden aufgewachsen, lernte er früh, daß man in Ungarn als Jude besser nicht auffiel. Jetzt, nach der Wende, im heißen Sommer 1992, scheint sich etwas anzukündigen. Die brutalisierte Stimmung auf den Straßen, die Auftritte der Faschisten ­ Budapest steht kurz vor der Explosion. Oder nur er, der Stadtneurotiker, der "meschuggene Tábor"? An einem einzigen Tag durchstreift er die Donaumetropole wie einst Leopold Bloom das Dublin von Joyce.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.10.1999

Ursula März ist schlichtweg hingerissen von diesem Roman: Von seiner, wie sie schreibt, entfesselten Erzählerschaft, seiner anarchischen Gedankenführung, der explosiven Textur, der wilden Typographie. Vor allem aber hält sie ihn für ungemein komisch: "Bewundernswert ist Kornis` Kunst der gezielten Geschmacklosigkeit und der gewollten Banalität." Und das bei dem Thema! Sie hätte ja auch betroffen sein können über die Verzweiflung eines ungarischen Juden, der sich selbst und seinen Glauben inmitten der Gräber seiner ermordeten Vorfahren sucht. Wie März jedoch schreibt, muss man es aber zwischen Woddy Allen und Dante stellen. Den Ton trifft März selbst ganz gut. Überschrieben hat sie ihre Kritik mit der treffenden Zeile "Kornis lässt seinen Helden vom Hund auf Gott kommen".

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.10.1999

Sehr zwiespältig beurteilt Ilma Rakusa diesen Roman. Beeindruckt, aber keineswegs begeistert äussert sie sich über Kornis` Maßlosigkeit, seine Larmoyanz, seinen Narzissmus und seinen Zorn, der sich in einer regelrechten Schreibwut Luft mache. Das Ergebnis findet sie im Verhältnis zum Aufwand jedoch eher dürftig: Charaktere und Geschichte bleiben ihrer Ansicht nach trotz beeindruckendem sprachlichen Einfallsreichtum konturenlos. Der Roman hinterlasse nur wenig Spuren im Gedächtnis.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren