Bücherschau der Woche
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Marek van der Jagt
Monogam
Klappentext
Aus dem Niederländischen von Rainer Kersten. Wer lesen will, dass Sex allein glücklich macht, liegt mit diesem Buch genauso richtig wie die zarten Seelen, die an die große Liebe glauben, sie aber noch nicht gefunden haben. Und diejenigen, die über allem stehen, dürfen sich über die Schwierigkeiten anderer amüsieren...
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.04.2003
Zweimal hat Marek van der Jagt (alias Arnon Grünberg) einen literarischen Coup gelandet, weiß Ingeborg Harms, und das auch noch unter verschiedenen Namen. Nun hat ihn der doppelte Erfolg übermütig gemacht, vermutet Harms. Denn van der Jagts neueste Erzählung kommt ihr wie ein "weggeschnittener Seitentrieb" seines Romans "Amour fou" vor: bloß entseelter, leerer, eine präpotente Größenphantasie, die sich in Don Juanismus gefällt, bemängelt Harms. Streckenweise fühlt sie sich bei van der Jagts Misogynie an den Liebeszyniker Houellebecq erinnert, bloß dass es dem holländischen Romancier an Authentizität zu mangeln scheint - "da regiert die Bitterkeit ohne das Fleisch der Erfahrung", stellt die enttäuschte Rezensentin fest. Abgestandene Männerweisheiten gesellen sich zu Stendhal-Zitaten, ereifert sich Harms weiter, die den einzigen bewegenden Moment der Erzählung an deren Ende erlebt hat: als van der Jagts Don Juan auf seine Faustina trifft, die ihn schließlich, um die Rolle durchzuhalten, ziehen lässt.
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