Während im Westen die militärischen Aktivitäten der DDR in der "Dritten Welt" besondere Aufmerksamkeit erfuhren und Anfang der 1980er Jahre sogar über ein "Rotes Afrikakorps" Honeckers spekuliert wurde, unterlagen sie im Osten bis zum Ende der SED-Herrschaft strengster Geheimhaltung. Auch danach blieb die Frage lange unbeantwortet, ob die Nationale Volksarmee (NVA) mit Tausenden, ja Zehntausenden Soldaten tatsächlich in Afrika im Einsatz war. Das vorliegende Buch räumt mit Legenden auf und bietet auf der Grundlage umfangreicher Archivrecherchen und Zeitzeugenbefragungen überraschende Antworten. Detailliert werden u.a. die Ausbildung ausländischer Militärs in der NVA und die Waffenlieferungen der DDR in die "Dritte Welt" analysiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.02.2013
Beeindruckt zeigt sich Anna Kaminsky von dieser Studie zu den militärischen Auslandsbeziehungen der DDR, die der Historiker Klaus Storkmann verfasst hat. Dass die DDR, angeleitet von der Parteiführung beziehungsweise von Moskau umtriebig NVA-Panzer, Gerät und medizinische Unterstützung in alle Welt exportierte, erfährt Kaminsky bei Storkmann. Ebenso welche Ziele damit verfolgt wurden (neben den ideologischen, klassenkämpferischen auch ökonomische). Detailliert, verständlich und anhand von Einzelbeispielen erläutert ihr der Autor solche Interventionen in Kuba, Mosambik oder Syrien und wirft auch einen Blick auf die verwirrenden Kompetenzen dahinter.
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