Ende der 1980er Jahre befand sich die DDR in einer tiefen Krise. Davon betroffen waren auch das ostdeutsche Militär und andere bewaffnete Organe. Der vorliegende Sammelband beschreibt, wie die SED-Führung im Sinne der eigenen Machterhaltung versuchte, die Waffenträger in der DDR zur Bewältigung der Krise einzusetzen. Die Autoren analysieren dazu die Lage in der Nationalen Volksarmee, den Grenztruppen der DDR, den Volkspolizei-Bereitschaften, den "Kampfgruppen der Arbeiterklasse" sowie in den sowjetischen Streitkräften. Eine Chronik und ein Dokumentenanhang ergänzen die Kernaussagen des Bandes.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.02.2015
Etwas zu sehr ausgerichtet auf militärische und waffentechnische Details erscheint Christoph Klessmann der von Rüdiger Wenzke am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMS) in Potsdam herausgegebene Sammelband mit vier Beiträgen zum Ende der bewaffneten Verbände in der DDR. Daran dass der Band gut recherchiert und mit Quellen belegt ist, lässt er indes keinen Zweifel. Und auch die im Band gebotene über den Herbst 1989 hinausgehende analytische Perspektive auf die Militär- und Sicherheitspolitik der SED und die verschiedenen Truppenverbände scheint ihm sinnvoll. Erst so wird Klessmann die stetige Erosion der Loyalitäten und der Feindbilder sichtbar.
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