Mit 350 farbigen und 250 schwarzweißen Abbildungen. Zwölf Jahre nach der Wende hat sich inzwischen eine gesamtdeutsche Geschichte vollzogen, in der neben den Verständigungs- und Anpassungsproblemen gemeinsame Erfahrungen entstanden sind. Künstler und Literaten erinnern ihre Vergangenheit, reflektieren ihre Erfahrungen und suchen nach den Gründen von Konflikten. In diesem Sinne versteht sich auch diese Untersuchung der Kunst in Deutschland seit 1945, die im Blick auf die Kunstszenarien zweier deutscher Staaten deren Nähen und Fernen beobachtet und am Ende eine erste Bilanz des Kunstgeschehens nach der Wiedervereinigung zieht.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 02.10.2002
Das Unternehmen der Kunstkritikerin Karin Thomas, nämlich einen Überblick zu geben über die Entwicklung der Kunst in Deutschland Ost und West zu einem Zeitpunkt, da "sich die Ideologieschwaden des Bilderkampfes" gelichtet haben, hat Hanno Rautenberg sehr interessiert. Aber mit der Ausführung ist er, trotz mancher Entdeckung, nicht zufrieden. Zuviel Schilderung, wo er sich "Analyse wünschte", zu wenig "Distanz", zu viel "Hangelei vom einen zum Nächsten". Das lege den Eindruck nahe, die Veränderungen der Stile seit 1945 sei hier wie dort vor allem eine "Frage der Mode" gewesen. Rautenberg, der im ersten Teil der Rezension noch freudig nachvollzieht, was an Erkenntnissen über die Kunst in der unmittelbaren Nachkriegszeit hüben wie drüben zu holen ist, wird dann bald "des Chronologischen überdrüssig". Sein Interesse dafür, "wo Gesellschaft und Kunst sich tatsächlich verschränken", ist durch diesen "datensatten Buchleib" jedenfalls nicht befriedigt worden.
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