Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Genügt es wie seinerzeit, ein Pissoir in einer Ausstellung zu zeigen? Welche Rolle spielt das "Können"? Muss Kunst "schön" sein? Wie kann der Betrachter lernen, sich sein eigenes Bild zu machen? Hanno Rauterberg analysiert den Kunstmarkt, benennt die zehn populärsten Irrtümer der Gegenwartskunst und zeigt in seinem thesenstarken Buch, wie sich Kunstwerke beurteilen lassen.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.02.2008
Skeptisch betrachtet Rezensent Wolfgang Müller dieses Buch des Zeit-Kunstkritikers Hanno Rauterberg. Zwar scheint ihm die vom Autor aufgeworfene Frage nach der Qualität von Kunst sehr berechtigt. Aber wie Rauterberg sie beantwortet, hat ihn nicht überzeugt. Angesichts der Freude des Autors über das Aussterben der Spezies des "Weltverbessereres" in der Kunst (etwa Beuys) weist Müller darauf hin, dass Rauterberg selber einer ist, insofern er vom Ideal des edlen Künstlers träumt, der sich nicht von Markt oder Museen vereinnahmen lässt. Außerdem hält er dem Autor vor, nicht mit der grenzenlosen Vielfältigkeit der modernen Kunst zurecht zu kommen und das Chaos noch zu vergrößern, anstatt hier ein wenig zu ordnen. Mit Rauterbergs Kriterium für "gute Kunst", sie hebe sich ab, "von dem, was ist", kann er nicht viel anfangen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.10.2007
Entsprechend der inflationären Kunstereignisse und Diskurse kulminiert die allgemeine Orientierungslosigkeit in der Frage nach der "guten" Kunst, konstatiert Rezensentin Elke Buhr und sieht noch am ehesten die professionelle Kritik in der Lage, Antworten zu formulieren. Mit den Qualitätskriterien ihres Berufskollegen, des Zeit-Kritikers Hanno Rauterberg, ist sie jedoch nicht einverstanden. Abgesehen von dem "geduldigen Ratgeber-Stil" stört sie vor allem, dass Rauterberg seine "Ich-Kriterien" mit den Argumenten der klassischen Ästhetik begründet. So sei für ihn beispielsweise das Fiktive dem Dokumentarischen, das Ausgewogene dem Extremen, das Konkrete dem Abstrakten vorzuziehen. Die Konzept- und Gegenwartskunst falle ganz durch das rigorose Raster. Insgesamt hat der Autor seinem Gegenstand und dem Leser damit einen Bärendienst erwiesen, findet die Rezensentin.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2007
Wärmstens empfehlen kann Julia Voss Hanno Rauterbergs Kunstführer, den sie im direkten Vergleich Wolfram Völckers Sammelband "Was ist gute Kunst?" gegenüberstellt. So zeigt Voss, dass beide zu einem diametral entgegensetzten Urteil über bestimmte Künstler etwa den Amerikaner Jeff Koons oder den Berliner Jonas Burgert kommen. Doch will sie das weder dem einen noch den anderen negativ ankreiden, aber leider erfährt man nicht, was Voss selbst nun von Koons und Burgert hält. Eine leichte Präferenz entwickelt sie dann aber doch für Rauterbergs Buch, weil sie glaubt, dass man aus ihm mehr lernt. Rauterberg führe durch den Kunstbetrieb, gebe "Sehanleitungen" und informiere über aufschlussreiche Irrtümer. Der Band von Wolfram Völcker dagegen gereicht in ihren Augen das Format ein wenig zum Nachteil, denn die darin versammelten Beiträge und Interviews sind oft einfach zu kurz, um einen Gedanken länger zu entwickeln.
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