Jürgen Elsässer

Kriegslügen

Vom Kosovo-Konflikt bis zum Milosevic-Prozess
Cover: Kriegslügen
Kai Homilius Verlag, Berlin 2004
ISBN 9783897068841
Gebunden, 336 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Keine Lüge war der Nato zu grotesk, um ihre Kriegsmaschine in Gang zu bringen und am Laufen zu halten: Der jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic als Wiedergänger Adolf Hitlers, ein KZ in Pristina, Auschwitz auf dem Amselfeld. Während Nato und CNN sich wenigstens die Mühe machten, Video-Aufnahmen zu fälschen, beeindruckte der damalige deutsche Verteidigungsminister durch nackte Wortgewalt: Rudolf Scharpings Serben, die mit abgeschnittenen Albanerköpfen Fußball spielen und Föten grillen, werden in die Geschichte der Psychopathologie eingehen. Schließlich Wunder von biblischer Dimension: Massakrierte albanische Intellektuelle, die post mortem Pressekonferenzen in westlichen Hauptstädten geben; Geisterzüge, die plötzlich auf wenig befahrenen Brücken erscheinen und sich in Nato-Raketen bohren; Massengräber, die so leer sind wie jenes von Jesus nach der Himmelfahrt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.06.2004

In keiner Weise überzeugt zeigt sich Markus Bickel von Jürgen Elsässers Buch "Vom Kosovokonflikt zum Milosevic-Prozess", in dem der Autor zeigen will, dass die Zerschlagung Jugoslawiens vor allem ein Werk der deutschen Außenpolitik war. Eine "gewagte Behauptung", wie Bickel findet, die für ihn dadurch zur "Zumutung" wird, dass der Autor seine Beweisführung als investigativen Journalismus verkauft, "wo in Wirklichkeit Auslassungen und das Zitieren dubioser Quellen die Stoßrichtung des Buchs bestimmen". Zudem hält er dem Autor vor, sich genau des Vorgehens zu bedienen, das er den Regierungen der Nato-Staaten bei der propagandistischen Vorbereitung des Kosovo-Krieges vorwirft. Dabei scheint er es mit den Belegen, immerhin 700 Fußnoten auf 280 Seiten, nicht so genau zu nehmen. Der Rezensent kommt jedenfalls zu dem Schluss: "Fehlende Recherchen lassen sich eben auch durch eine Fülle von Fußnoten nicht kaschieren."

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