Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
2 CDs mit 90 Minuten Laufzeit. Die Redlichkeit des jüdischen Korallenhändlers Nissen Piczenik ist sprichwörtlich, und seine Korallen sind die schönsten weit und breit. Selbst aus fernen Dörfern kommen die Bäuerinnen ins kleine galizische Städtchen Progrody, um Schmuck bei ihm zu kaufen. Doch niemand ahnt etwas von der Sehnsucht, die den Korallenhändler befallen hat: Nissen Piczenik, der noch nie aus seiner Heimatstadt herausgekommen ist, sehnt sich nach dem Meer. Tag und Nacht träumt er von den "süßen, herben und salzigen Geheimnissen" der See und gerät auf Abwege. Obwohl er die echten Korallen mehr als alles liebt, verfällt er schließlich dem Betrug mit den falschen. Joseph Roths berühmteste Erzählung ist eine zeitlose Parabel über Verlangen und Versuchung. Michael Verhoeven führte die Regie, Senta Berger liest.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.05.2009
Daran, wie einer Joseph Roth liest, hängt bei diesem Autor oft viel, stellt Robin Celikates in seiner Rezension zweier Roth-Hörbücher erst einmal fest. Denn wie ernsthaft nostalgisch Roths Wunsch nach der Wiederkehr vergangener mythischer Zeiten gemeint ist, bleibt in vielen seiner Romane eine offene Frage. Im "Leviathan", erst aus dem Nachlass veröffentlicht, so die Volte des Rezensenten, jedoch eher nicht. Wobei diese Geschichte, die von einem Korallenhändler erzählt, der sich nach dem Herkunftsort der Korallen - der See also - sehnt, das Paradoxe solcher Wünsche schon deutlich macht. Im Ton des Erzählten wird das, so Celikates, jedoch kaum manifest. An der Qualität von Senta Bergers Lesung ändert das wenig. Wie sie ins Wort "Korallen" beim ersten Auftauchen "verführerisch hingehauchten Sehnsuchtsschmelz" lege, sei schon großartig. Dafür, dass angesichts der "gedanklich eher grob gestrickten" Erzählung keine wirkliche Begeisterung aufkomme, könne sie nichts.
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