Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Jenny Williams

Mehr Leben als eins - Hans Fallada

Biografie

Cover: Mehr Leben als eins - Hans Fallada

Aufbau Verlag, Berlin 2002
ISBN-10 3351025327
ISBN-13 9783351025328
Gebunden, 391 Seiten, 20,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen übersetzt von Hans-Christian Oeser. Hans Fallada lebte viele Leben und viele auf einmal: als Trinker, Morphinist, Gefängnisinsasse, als liebevoller Familienvater und manischer Schreiber. Sein Werk reicht vom Welterfolg Kleiner Mann - was nun? bis zu Belanglosem. Auch hier extreme Gegensätze... Die irische Fallada-Forscherin Jenny Williams beschreibt die widerspruchsvolle Biografie gestützt auf Quellen, die in diesem Ausmaß bisher noch nicht erschlossen wurden. Dazu gehören vor allem die zahlreichen Briefe aus dem Fallada-Archiv, die unveröffentlichten Erinnerungen der Eltern und persönliche Gespräche mit Anna (Suse) Ditzen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.09.2002

Nicht nur zeitliche, auch räumliche Distanz tut manchmal gut, weiß der mit "cav" zeichnende Rezensent und sieht sich im Fall der jüngsten Hans-Fallada-Biographie aus der Feder der irischen Germanistin Jenny Williams bestätigt. Erst ihr sei es möglich gewesen, die unterschiedlichen biografischen Deutungsmodelle der DDR- und der BRD-Germanisten miteinander zu verknüpfen und die Lebensgeschichte dieses Schriftstellers einer differenzierten Würdigung zu unterziehen. "cav" umreißt kurz die alten Positionen: während die DDR Falladas Verbleib im nationalsozialistischen Deutschland und seine literarischen Konzessionen an das Regime zu "besonderen soziohistorischen Umständen" zurechtrückte, wurde in der Bundesrepublik die Psychologisierung des drogenabhängigen Autors betrieben. Erst nach der Wiedervereinigung begann man von diesen Deutungsmustern abzurücken, so "cav", aber niemandem sei bislang ein so nüchterner wie ausgewogener Blick gelungen wie Jenny Williams.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.06.2002

Dies sei die erste zuverlässige Fallada-Biografie, schreibt Rezensent Thomas Rietzschel, über das Buch der nordirischen Germanistin. Jenny Williams habe gründlich recherchiert und dabei auch sehr viele unveröffentlichte Quellen herangezogen, die ihre Vorgänger in für Rietzschel bedenklicher Gutgläubigkeit übersehen hätten. Besonders die Erforschung von Falladas Frühzeit hat den Rezensenten beeindruckt, "eine wenig beachtete, weil nur archivarisch zu erschließende Zeit". Erstmals lese man eine genaue Darstellung jenes versuchten Doppelselbstmordes, bei dem der damals Achtzehnjährige seinen besten Freund umgebracht, selbst jedoch schwer verletzt überlebt habe. Herausgehoben werde von der Biografin auch die Bedeutung einer autoritären Erziehung, die in gleicher Weise zu "antibürgerlicher Auflehnung" wie zum "Kotau vor der Macht" der Nationalsozialisten geführt habe. Der Rezensent ist der Analyse der Biografin umso bereitwilliger gefolgt, "als sie ohne ideologischen Eifer, ohne moralischen Aplomp" ausgekommen ist.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren