Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Mit einem Essay von Christa Wolf und 253 Abbildungen. Dieser Band vermittelt mit wenig bekanntem Foto- und Dokumentarmaterial Einblicke in die Lebensumstände der Netty Reiling, die sich Anna Seghers nannte: Jugend in Mainz, Heidelberger Studentenzeit, die Jahre in Berlin nach der Heirat mit Laszlo Radvanyi, Exil in Frankreich und Mexiko, Rückkehr nach Deutschland, Leben in der DDR.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 18.11.2000
Frauke Meyer-Gosau beschreibt die "wunderbar sorgfältig gemachte" `Biographie in Bildern` der Anna Seghers als eine Suche nach dem hinter der Maske der parteitreuen Kulturfunktionärin verborgenen Bild der Schriftstellerin, die einmal Netty Reiling hieß. Die Jugendbilder zeigten die "Glätte bürgerlicher Contenance", schreibt die Rezensentin, doch schon die ersten Fotos mit ihrem Bräutigam, dem ungarischen Philosophen Laszlo Radvanyi, ergeben ein "depressives Bild". Erst lange nachdem sie zu schreiben begonnen hatte, sei die Autorin unter dem Pseudonym Anna Seghers einem größeren Publikum bekannt geworden. Der in zweiter Auflage erschienene Bildband erläutere die Fotos mit Dokumenten, Interviews und einem Essay von Christa Wolf. Denn ohne diese Hilfen sähe man nicht die Dramatik eines Lebens hinter dem stets ruhigen Gesichtsausdruck der Seghers, deren Eltern als Juden ermordet wurden und die mit zwei Kindern über Frankreich in das Exilland Mexiko flüchten musste. Vor allem die Fotos aus der DDR-Zeit zeigten die äußere Seghers, so die Rezensentin. Wie ihr diese Maske ins Gesicht gewachsen sei, davon lege der Bildband als "Jahrhundert-Bildnis" Zeugnis ab.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.07.2000
Hans-Jürgen Schings ist beeindruckt von diesem Doppelband der auf sechs Bände angelegten Ausgabe. Die Herausgeber hätten ihre Ansicht, dass Texte Prozesse seien, die grundsätzlich unabgeschlossen seien, durch ihre editorische Praxis konsequent in die Tat umgesetzt. Dabei hätten sie sich nicht von Gedanken der Sparsamkeit lenken lassen, was in dem ungeheuren Ausmaß des Textkorpus zum Ausdruck komme. Nachdem Schings die trotz allem für den Laien unverständlich bleibenden Editionsprinzipien erläutert hat, mit denen er grundsätzlich einverstanden ist, äußert er auch Kritik: Die Entscheidung, die Texte in strenger chronologischer Ordnung abzudrucken, wäre von Trakl selbst abgelehnt worden, wie dieser gelegentlich geäußert habe. Die Faksimiles seien zu dunkel geraten, moniert er außerdem, und inhaltlich kritisiert er die "kleinen historisch-biographischen Zwischentexte" der Herausgeber, die größtenteils in "ungelenker, indirekter Rede" verfasst seien und in einem Fall an anderer Stelle fast wörtlich wiederholt würden. Ob sich neue Erkenntnisse aus der Ausgabe ergeben würden, lässt der Rezensent offen, denn das müsse sich im Lauf der Zeit erst noch zeigen.
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