Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.04.2003
In seinem Band "Von der Unio zur Communio" stellt Iso Baumer, Dozent für Ostkirchenkunde an der Universität, die Geschichte des im schweizerischen Freiburg beheimateten katholischen Hilfswerkes Catholica Unio anhand von Quellen dar, berichtet Rezensent Victor Conzemius. Die nach dem Ersten Weltkrieg entstandene Catholica Unio wandelte sich laut Conzemius im Lauf der Zeit vom Missions- zum Nostalgieobjekt. Herrschte beim Gründer noch die Auffassung, man müsse nach dem Modell der Heidenmission speziell ausgebildete Missionare nach Osten schicken, die durch Predigt und soziales Wirken Bekehrungen beförderten, änderte sich - schon vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil - die westliche Auffassung über die Ostkirchen, referiert Conzemius. Mit ihren bescheidenen Mitteln und ihrer Zeitschrift "Der christliche Osten" trage die Catholica Unio heute dazu bei, über den unierten Raum hinaus im deutschsprachigen Westen für die Orthodoxie als solche Verständnis zu wecken. "Iso Baumer hat diesen Weg von utopischen Unionsprojekten zur bewussten Communio sachlich nachgezeichnet", resümiert Conzemius, "ohne den Überschwang der Pioniere im Nachhinein besserwisserisch blosszustellen."
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