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Aus dem Archiv
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Klappentext
Stefan Moritz weist anhand bislang unpublizierter Dokumente nach, wie Angehörige des österreichischen katholischen Klerus zu Erfüllungsgehilfen des Nationalsozialismus wurden und dessen Ideologie publizistisch, in Lehre und Verkündigung untermauerten. Dokumente aus den Diözesanarchiven Graz und Wien belegen, wie Bischöfe und Priester ein ideologisches Fundament für den Aufstieg des Nationalsozialismus schufen und sich die Kirchenleitung mit den NS-Machtverhältnissen zu arrangieren versuchte. Auch nach 1945 wurde seitens der Katholischen Kirche für NS-Täter interveniert und ihnen zur Flucht verholfen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.11.2003
Zwar schreibt Rudolf Lill in seinem Fazit bloß von einer durch die zahlreichen Vorurteile des Autoren bedingten Trübung des Gesamtbildes der Studie, doch tritt ansonsten in jedem Absatz sein Missfallen deutlich zu Tage. Zweifelsohne sei es löblich, dass der Grazer Theologe Stefan Moritz lokale und regionale Kirchenblätter als neue Quellen erschlossen hätte, doch habe er eben Standard-Dokumentationen sträflich außer Acht gelassen. Österreichs katholische Kirche habe "ein ideologisches Fundament für den Aufstieg des Nationalsozialismus" geschaffen, so die Anklage des Autors, die dieser jedoch allein anhand von "Einzelfakten" zu belegen wisse. Daneben bleibt vieles, das der Argumentation Moritz' widersprechen könnte, "nicht erwähnt", "verdrängt" oder "nicht gewürdigt", wie der Rezensent an zahlreichen Beispielen zu belegen weiß. Auch wenn Lill in der Sache nicht gänzlich anderer Meinung ist und offene Diskussionspunkte erkennt, wird deutlich, dass er von solch einer allein anklagenden Geschichtsschreibung nichts halten mag.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.02.2003
Gabriele Anderl meint zwar, dass diese Studie, die das Verhältnis der österreichischen katholischen Kirche zum Nationalsozialismus untersucht, nicht ausschließlich "neue Erkenntnisse" bietet. Doch füge der Autor Bekanntes mit neuen Einsichten derart zusammen, dass ein "beklemmendes Gesamtbild" entstehe, so die Rezensentin. Die katholische Kirche in Österreich war gegenüber den Nationalsozialisten stets kooperativ und hat keinen nennenswerten Widerstand gegen den Holocaust geleistet, fasst Anderl die Ergebnisse des Autors zusammen. Sie lobt Moritz, der "Hirtenbriefe, kirchliche Publikationen und erstmals einschlägige Dokumente aus dem Grazer Diözesanarchiv" ausgewertet hat, für seine "überzeugende" Argumentation, wobei sie besonders die Beispiele der Studie erschreckt haben, in denen kirchliche Publikationen "kritiklos" Inhalt und Stilistik des NS-Regimes übernehmen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.12.2002
Der Hg. zeichnende Rezensent scheint den Motiven des Autors nicht ganz ablehnend gegenüber zu stehen: Für Stefan Moritz nämlich wurde in der Vergangenheit viel zu viel über die Heldentaten einzelner Gottesdiener geschrieben und zu wenig über das Schweigen der katholischen Kirche in Österreich angesichts der Judenvernichtung. Um diesem Missstand abzuhelfen, habe Moritz "Predigten, Hirtenbriefe, Texte aus der kirchlichen Presse" gesammelt und ausgewertet. Im Buch jedoch werden diese Quellen von Moritz nur auszugsweise veröffentlicht. "Vielleicht, weil die ganze Fülle das eindeutige Bild, auf das es ihm ankommt, verwischen könnte?", fragt der Rezensent. Die Einseitigkeit des Autors wird den Verteidigern der katholischen Kirche, die Moritz nicht ganz zu Unrecht kritisiere, neue Nahrung geben, fürchtet der Rezensent.
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