Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ines Geipel

Dann fiel auf einmal der Himmel um

Inge Müller - Die Biografie

Cover: Dann fiel auf einmal der Himmel um

Henschel Verlag, Berlin 2002
ISBN-10 3894874171
ISBN-13 9783894874179
Gebunden, 288 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

"Die Dichterin, die geliebt wurde, obwohl niemand sie kannte", nennt die Autorin Ines Geipel ihre Protagonistin, die Ostberliner Lyrikerin, Dramatikerin und Heiner-Müller-Ehefrau Inge Müller, die 1966 mit 41 Jahren ihrem Leben selbst ein Ende setzte - geliebt aufgrund weniger in Kopien weitergereichter Gedichte, die ihr posthum den Ruf einer der "wichtigsten deutschen Nachkriegslyrikerinnen" eintrugen. Das Leben der Inge Müller hat etwas Exemplarisches: In der Agonie des Nazireiches Luftwaffenhelferin, traumatisiert durch drei Tage unter Bombentrümmern, tragen journalistische Arbeiten und Texte für Kinder in der jungen DDR nur scheinbar zu ihrer seelischen Konsolidierung bei. Die 1955 mit dem Dramatiker Heiner Müller geschlossene Ehe und gemeinsam verfasste Gegenwartsstücke bilden das Fundament einer einzigartigen Künstlerehe. Doch spätestens ab dem Mauerbau 1961 sucht Inge Müller einen eigenen Weg. Bis zu ihrem Selbstmord 1966 entstehen ihre alle Moden überdauernden, berührenden Texte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.07.2002

Die Autorin Ines Geipel ist nicht nur, wie der Rezensent Alexander Kosenina erwähnt, eine "ehemalige Spitzenathletin aus der DDR", sondern auch die Herausgeberin einer umfangreiche Ausgabe von Texten Inge Müllers, die nach ihrem frühen Freitod vor allem als Ehefrau Heiner Müllers in Erinnerung geblieben war. Dies aber nach Meinung Geipels wie Koseninas ganz zu Unrecht, Inge Müllers Texte und ihr Leben halten beide für der eigenständigen Würdigung wert. Und diese Biografie wird ihrem Gegenstand, so der Rezensent, ganz und gar gerecht. Geipel biete "eine Lebensgeschichte im emphatischen Sinn", verknüpfe die Erzählung der nicht immer zahlreich vorliegenden Fakten mit eigener Erfindung, ohne die Trennlinie zwischen beidem je zu verwischen. So wird der Leser zum "Augenzeugen" und der Rezensent befindet, dass er sich "eine angemessenere Darstellungstechnik" nicht vorstellen kann.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.06.2002

Die Nachlasslage des Werks der 1966 durch Freitod aus dem Leben geschiedenen Lyrikerin, Theaterautorin und Schriftstellerin Inge Müller, die in dritter Ehe mit Heiner Müller verheiratet war, ist nicht leicht, weiß Rainer Moritz. Umso erfreuter ist der Rezensent, dass Ines Geipel den Versuch unternommen hat, in ihrer Biografie das Leben von Inge Müller zu sortieren. Gelungen sei der Biografin eine "einfühlende" und "imaginierende" Annäherung an Müller, lobt der Rezensent. Deutlich könne der Leser das spannungsgeladene Leben der Autorin nachvollziehen, und dass, obwohl die Quellenlage grundsätzlich "mager" sei, so Moritz. "Kunstvoll" findet denn der Rezensent die Biografie in seinem Fazit und wünscht sich, dass vielleicht der Reclam-Verlag auf die Idee kommt, ein kleines taschentaugliches gelbes Bändchen mit Müller-Gedichten auf den Markt zu bringen.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren