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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Golo Mann, Marcel Reich-Ranicki

Enthusiasten der Literatur

Ein Briefwechsel. Aufsätze und Porträts

Cover: Enthusiasten der Literatur

S. Fischer Verlag, Frankfurt 2000
ISBN-10 3100628136
ISBN-13 9783100628138
Broschiert, 293 Seiten, 20,35 EUR

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Klappentext

Aus der Bitte Reich-Ranickis um Rezension eines Buches für die Frankfurter Allgemeine Zeitung ? "In dieser Zeitung ist immer Platz für Sie" - entwickelt sich eine Erörterung des komplizierten Mobiles der Familie Mann. Auf Marcel Reich-Ranickis Aufsätze und seine Studien über "Thomas Mann und die Seinen" antwortet Golo Mann detailliert. Er erzählt Anekdoten, die das kritische Moment der Homosexualität des Vaters betreffen, und schreibt über das Verhältnis der Geschwister untereinander, die alle unter dem übermächtigen Prinzipal litten. "I want to be myself and not the son", lautet das bittere Apercu Golo Manns, das er nicht zufällig in einer Fremdsprache notierte.
Herausgegeben wird der Briefwechsel von Volker Hage.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.01.2001

Der glühende Thomas Mann-Verehrer Marcel Reich-Ranicki "sucht und findet" in dessen Sohn ein Ersatzidol, das er hartnäckig umwirbt: die Ironie dieser persönlichen Konstellation sei den Beteiligten aber entgangen, mutmaßt "kru" in seiner Besprechung des von Volker Hage edierten Briefwechsels. "kru" spricht es nicht direkt aus, legt seinen Lesern aber nahe, dass es sich um eine recht langweilige Korrespondenz handelt, rein technischer Natur, wie "kru" anmerkt, die man heutzutage eher über e-mail oder Telefon abwickeln würde: Kürzungsvorschläge, Mahnungen etc., viele floskelhafte Formulierungen und Schmeicheleien. Der Herausgeber habe die Korrespondenz um einige literarische Portraits aus der Hand Golo Manns ergänzt, zu deren Qualität "kru" nichts verlauten lässt, wohl aber zu dem Band allgemein: der sei eher eine Gefälligkeitsleistung (auch Hommage genannt) des Kritikers Volker Hage an seinen ehemaligen Chef Reich-Ranicki.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.05.2000

Einen besonderen Einblick in die Beziehung zwischen Redakteur und Autor gewährt der von Volker Hage herausgebene Briefwechsel zwischen Marcel Reich-Ranicki und Golo Mann, befindet Albert von Schirnding in seiner Besprechung dieses Bandes, der daneben auch verschiedene Aufsätze Manns über seinen Bruder Klaus, seinen Onkel Heinrich und seinen Vater Thomas Mann enthält. Golo Mann war ein empfindlicher Mensch, der sich schnell gejagt und gehetzt fühlte, so dass es, wie von Schirnding beeindruckt anmerkt, einer gewissen "Zöllnerkunst" und der Geschicklichkeit eines Impresarios vonseiten Reich-Ranickis bedurfte, um der Diva seine Eindrücke und Ergüsse zu entlocken. Im Mittelpunkt des Austausches zwischen den beiden Männern stand Thomas Mann, und auch wenn Golo Mann sehr unter seinem Status als Sohn des berühmten Schriftstellers gelitten habe, schrieb er laut Schirnding immer wieder sehr bewegende und das Klischee korrigieren wollende Dinge über seinen Vater.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.05.2000

Günter Ohnemus findet den Titel des Buches "etwas irreführend", weil unzutreffend. Denn selten werde hier über Literatur geredet, und schon gar nicht enthusiastisch. Dafür macht der Rezensent zwei andere Schwerpunkte aus: Zum einen hebt er hervor, wie sehr Reich-Ranicki (über den Ohnemus nicht nur Schmeichelhaftes berichtet) immer wieder Golo Mann als Autor für die FAZ umworben und ihn zum Schreiben motiviert hat. Zum anderen stehe - wer hätte dies gedacht? - in diesem Briefwechsel das schwierige Verhältnis Golo Manns zu seinem Vater Thomas im Vordergrund. Golo Mann verteidigt ihn (z. B. seinen Antisemitismus), er hasst ihn (hat ihm gar den Tod gewünscht) und findet: `Mich erwähnt nie jemand`. Reich-Ranicki hingegen "macht das Visier an keiner Stelle auf", findet Ohnemus, der dennoch zu dem Schluss kommt, dass Mann sich bei Reich-Ranicki - zumindest was den Briefwechsel betrifft - "geborgen gefühlt" hat. Ohnemus weist darüber hinaus darauf hin, dass neben dem Briefwechsel auch zahlreiche Gedichtinterpretationen Manns für die "Frankfurter Anthologie", Aufsätze von ihm und auch drei Beiträge von Reich-Ranicki über den Autor abgedruckt wurden.

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