Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Herausgegeben von Irmela von der Lühe und Uwe Naumann. Um ihre vielen Reisen zu finanzieren, begann Erika Mann in den zwanziger Jahren zu schreiben - und hatte ungeahnten Erfolg. Ihre Glossen und Schmonzetten waren schon bald begehrt: Texte einer jungen, emanzipierten Frau in der Blütezeit der Weimarer Republik. Sie schrieb über Menschen und Städte, Autorennen und Hotelerlebnisse, Theaterabende und Reiseerfahrungen. Nach dem Machtantritt Adolf Hitlers 1933 war alles anders: Erika Mann musste - wie ihre gesamte Familie - emigrieren. Was sie nun schrieb, war von bitterem Ernst geprägt. Ihre Reportagen dienten der Aufklärung über die Nazi-Herrschaft. Sie war mutig bis zur Tollkühnheit und bereiste ab 1939 unerschrocken die Kriegsschauplätze in Europa und im Nahen Osten. Sie interviewte Generäle, sprach mit Kriegsopfern, beteiligte sich an den Debatten um die Zukunft Deutschlands nach dem Ende des Nazismus. Im Spätherbst 1945 war sie als Berichterstatterin bei den Nürnberger Prozessen akkreditiert. Zum ersten Mal werden jetzt die wichtigsten Aufsätze und Reden in einem Band zusammengefasst. Die Texte, von denen viele in Deutschland noch nie gedruckt wurden, spiegeln ein in jeder Hinsicht ungewöhnliches Frauenleben. Erstmals werden auch die Fragment gebliebenen autobiographischen Aufzeichnungen der Autorin (Arbeitstitel: «I of all people - Ausgerechnet ich») veröffentlicht.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.03.2001
Heinrich Detering kann von den Reportagen der Mann-Tocher gar nicht genug bekommen. Endlich habe der Literaturbetrieb (vor einigen Jahren) Erika Mann als Schriftstellerin entdeckt. Dank spricht der Rezensent dafür den Herausgebern Irmela von der Lühe und Uwe Naumann aus. Die atemlosen Reportagen von Erika Mann sind "hellwach vor Weltoffenheit und "trunken von Abenteuerlust", meint Detering. Besonders diejenigen, die die "Autlerin" in den 20er Jahren in der Berliner Tageszeitung "Tempo" veröffentlicht hatte. 81 Reportagen, Glossen, Reden und Aufsätze aus vierzig Jahren sind in dem vorliegenden Band versammelt, informiert der Rezensent. Und sie sind "klug ausgewählt" und "prägnant annotiert", merkt er an. Die hier versammelten Schriften des Mann-Sprösslings findet der Rezensent nicht nur einfach interessant und lesenswert. Sie haben ihm auch einen sehr guten Einblick in Erika Manns Denken, ihre Familie und ihre politische und literarische Arbeit gegeben.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.02.2001
Hiltrud Häntzschel begrüßt die Veröffentlichung der bislang überwiegend nicht auf Deutsch erschienenen Texte der Autorin, die bis vor kurzem, wie sie findet, viel zu wenig beachtet worden ist. Und auch wenn sich nach Meinung der Rezensentin manche der Einschätzungen, wie sie in den Texten Erika Manns zu tage treten, relativieren bzw. als falsch herausstellen - ihre uneingeschränkte Amerikabegeisterung, ihre Vorstellung von Österreich als "überrolltes Opfer Hitlers" und ihre Anklage der deutschen Frauen als hauptsächliche Kraft, die Hitler an die Macht gebracht hat - so lobt sie doch diese Sammlung von über 80 Aufsätzen, Reden und Reportagen als lesenswert. Ihren "Erlebnisbericht" vom Bombenangriff auf London, ihre Beiträge zum Spanischen Bürgerkrieg, über Flüchtlinge aus Deutschland und anderes findet sie "anschaulich" und von hoher "antifaschistischer Moral" getragen, die die Autorin auch zu vermitteln weiß.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.12.2000
Dieser Band verschafft einen Überblick über Erika Manns schriftlichen Nachlass und manche der hier veröffentlichten Texte wurden in Deutschland noch nie gedruckt. Hugo Dittberner ist offenbar fasziniert von den Texten der ältesten Tochter von Thomas Mann und ihrer gesamten Persönlichkeit. Er nennt sie "mokant, selbstbewusst, ? abenteuerlustig, ein wenig Vamp, femme fatale, aus gutem Stall". Der Band führt Fragmente ihrer Autobiographie und Reportagen, Aufsätze und Reden zusammen- hauptsächlich geht es um Nazideutschland und die Zeit um den Zweiten Weltkrieg. Der Rezensent bezeichnet den Sammelband als ein "wichtiges, sorgfältig editiertes und klug kommentiertes Buch".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 19.10.2000
Margrit Gerste ist regelrecht empört darüber, dass die Reportagen, Interviews und Aufsätze von Erika Mann erst jetzt auf Deutsch zu lesen sind. Findet Gerste in ihnen doch alles, was eine große Publizistin ausmacht: "ein scharfes Auge, einen untrüglichen Sinn für das Wesentliche, einen unabhängigen Geist und natürlich eine kraftvolle Sprache". Wie gern wäre sie mit einem solchen "journalistischen Vorbild" aufgewachsen! Aber immerhin: Jetzt gibt es sie endlich. Da Gerste in ihrer Begeisterung über das Erscheinen dieses Buches nicht pathetisch oder prätentiös wird, mag man ihr gern folgen. Auffallend an dieser äußerst lesenswerten Besprechung ist ihre Platzierung in der Zeit-Buchmessenbeilage: Man sollte meinen, dass dieses Buch auf prominentem Platze gewürdigt wurde. Stattdessen steht die Rezension auf einer Art zoologischen Sparten-Seite: Frauen schreiben über Frauen, die Bücher geschrieben haben.
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