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Klappentext
Aus dem Russischen übersetzt von Jürgen Bavendam. Mit einem Nachwort von Kerstin Holm. In den 70er Jahren in Russland politisch verfolgt und des Landes verwiesen, ging Limonow nach Amerika, genauer New York. Aus dieser Zeit stammt auch sein erstes Buch "Fuck off, Amerika", das nun nach fast zwei Jahrzehnten wieder auf Deutsch vorliegt. Der aufwühlende Bericht ist eine schillernde Anklageschrift gegen Amerika und den falschen Schein der Freiheit, aber auch die Erzählung einer großen Liebe, die in den Wirren der Zeit zerbricht. In New York lebt der Dichter Limonow von Gelegenheitsjobs und haust in einer schäbigen Absteige. Als ihn seine Frau Helena verlässt, irrt er durch die Straßen und flüchtet in eine heillose Welt aus Tagedieben und Herumtreibern. Nichts hat vor seiner scharfen Zunge bestand: nicht die amerikanische Linke, nicht die vermeintlichen Bohemiens. Doch hinter seinem Spott verbirgt sich eine tiefe Melancholie.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.07.2004
Als narzisstische Romanbiografie, Liebesroman und Porträt eines jungen Autors als Rebell beschreibt der rezensierenden Schriftsteller Albert Ostermaier diesen Roman. Autor Eduard Limonow fantasiere sich darin als ein "wie Brodsky" zwangsexilierter Autor nach New York, liebeskrank und verlassen und mit der tiefen Sehnsucht, als größter Dichter Russlands erkannt zu werden. In einer "verzweifelten Tour d'amour" durch Hochhausschluchten lasse er "nichts unversucht, ungelebt ... er reißt sich die Brust auf, um sein Herz zu zeigen". Die Art, wie Limonow "den Schmutz, die Ränder, die Verbrecher, die Gefahr" sucht, erinnert Ostermaier manchmal an Jean Genet, manchmal an Celine. Dann wieder kommt es dem Rezensenten so vor, als sei der Held des autobiografischen Romans eine Figur aus Bret Easton Ellis' Roman "Glamourama". Ein verfrühter oder verspäteter "Fashionfaschist, der von Lenin träume, wie er, "nach dem letzten Schrei der Schweizer Mode gekleidet", das russische Parlament sprengen wolle. Für Ostermaier ist der Roman auch ein Gewaltdelirium, "die Ankündigung eines politischen Irrwegs nach dem Scheitern einer Liebe". Der Rezensent lässt in seiner Rezension nichts von dem Überdruss erkennen, mit dem russische Romane dieses Kalibers normalerweise in Deutschland besprochen werden. Zumindest mit Neugierde scheint er diesen Roman gelesen zu haben. Das liegt vielleicht auch am Autor: Heute gilt Limonow als Führer der National-Bolschewistischen Partei als einer der radikalsten Kritiker Putins, erzählt Ostermaier, ohne dies weiter zu kommentieren. Die Irr- und Abwege von Limonows "romanhaftem, stilisierten Leben könne man im "aufschlussreichen Nachwort" von Kerstin Holm nachlesen.
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