Dietrich-Alex Kochs Darstellung der Geschichte des Urchristentums umfasst den Zeitraum von der Entstehung der Urgemeinde in Jerusalem 30 n.Chr. bis etwa 150 n.Chr. Es ist im deutschsprachigen Raum nach Jahrzehnten die erste wissenschaftliche Gesamtdarstellung dieser für das Christentum insgesamt grundlegende Epoche. Die Entstehung und Ausdifferenzierung des Urchristentums begreift Koch einerseits als einen inneren Prozess, andererseits stellt er die Geschichte in den Horizont der hellenistisch-römischen Welt, sowohl der paganen wie auch der jüdischen. Dieser sogenannten "Umwelt" widmet Dietrich-Alex Koch zwei einleitende Kapitel. In diesem Rahmen beschreibt er den dynamischen Prozess der Ausbreitung und inneren Pluralisierung des Urchristentums, der beständig die Frage nach den identitätsstiftenden und -sichernden Faktoren hervorruft. Zusätzlich behandelt Koch die Entwicklung der Gemeindeorganisation zwischen 90 und 150 n.Chr. sowie das konfliktreiche Verhältnis zur paganen Mehrheitsgesellschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.10.2013
Über das Urchristentum, also die Zeit vom Tod Jesu bis zum Jahr 150, gibt es nach Auskunft des Rezensenten Bernhard Lang derzeit kein so umfassend vorgehendes Buch, wie dasjenige von Dietrich-Alex Koch, der von den für die Zeit des frühen Christentums zentralen Gestalten Paulus und Petrus als von Missionaren und umtriebigen Netzwerkern erzählt, wie Lang erläutert. Obgleich er den Autor zu den konservativen Petrus-Forschern rechnet, sein unzusammenhängendes Vorgehen vom Leser viel Eigeninitiative und Geduld verlangt und Koch englischsprachige Forschung weitgehend unbeachtet lässt, wartet der Band laut Lang mit überraschenden Erklärungen zur Frühgeschichte des Christentums auf.
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