Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Bertrand M. Patenaude

Trotzki

Der verratene Revolutionär

Cover: Trotzki

Propyläen Verlag, Berlin 2010
ISBN-10 3549073771
ISBN-13 9783549073773
Gebunden, 432 Seiten, 24,95 EUR

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Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Stephan Gebauer. Dem Kampf für den "wahren" Kommunismus widmete Leo Trotzki sein Leben. Schon als Jugendlicher schloss er sich den Revolutionären an, entwickelte später die Theorie der permanenten Revolution und begründete die straff organisierte Rote Armee. Ein atemloses Leben, immer an vorderster Front und mit vollem Risiko. Wie sein Rivale Stalin ließ er Widersacher ohne Umschweife aus dem Weg räumen und wurde dennoch nach seiner Verbannung aus der Sowjetunion zum Idol einer ganzen Generation. Um seine letzten Jahre ranken sich viele Legenden. Vor allem die Zeit in Mexiko, wo er eine Affäre mit der Malerin Frida Kahlo begann, sorgte für Aufsehen. Dem Stanford-Historiker Bertrand M. Patenaude ist auf Basis neuer Quellen ein sehr persönliches Porträt einer der kontroversesten Figuren des 20. Jahrhunderts gelungen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.01.2011

Der Historiker Gerd Koenen hat bei Bertrand Patenaude nicht zum ersten Mal die Geschichte von Trotzkis Ermordung in Mexiko gelesen, aber so spannend und detailreich, versichert er, wurde sie ihm noch nicht erzählt. Plausibel findet er, wie Patenaude erst einmal grundsätzlich erklärt, wie Trotzki, nach der Oktoberrevolution der große Stratege im russischen Bürgerkrieg, derartig in die Isolation geraten konnte. Patenaude macht dafür zwei Eigenschaften verantwortlich: Trotzkis "doktrinäre Rechthaberei" und seine Unfähigkeit, mit anderen Menschen klarzukommen. Trotzki konnte Millionen begeistern, aber seinen engsten Unterstützerkreis nicht zusammenhalten. Noch fesselnder fand Koenen allerdings dargestellt, wie Stalin sein Häschernetz um Trotzki immer enger zog. Selbst Trotzkis amerikanischer Literaturagent und der engste Mitarbeiter von Trotzkis Sohn arbeiteten für Stalin, und zumindest nach dem Mord hatte Stalin auch Frida Kahlo und Diego Riviera in der Tasche. Die "präzise Darstellung dieses Endspiels" findet Koenen so gelungen und überzeugend, dass er dem Autor die eher schwache historische Einordnung Trotzkis und des Trotzkismus verzeiht.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren