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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Barbara Vine

Heuschrecken

Roman

Diogenes Verlag, Zürich 2001
ISBN-10 3257062753
ISBN-13 9783257062755
Gebunden, 644 Seiten, 23,98 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen Renate Orth-Guttmann. Clodagh Brown klettert für ihr Leben gern: zunächst auf Bäume, dann, als Teenager mit ihrem ersten Freund Daniel, auf Hochspannungsmaste. In späteren Jahren ist sie auf Londons Dächern unterwegs und erhascht, gemeinsam mit Gleichaltrigen, einen Blick in fremde Leben. Doch die Freiheit in den Lüften hat einen entsetzlichen Preis...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.03.2001

Thomas David hält große Stücke auf die englische Schriftstellerin Ruth Rendell, die sowohl unter ihrem eigenen Namen psychologische Roman veröffentlicht als auch unter dem Pseudonym Barbara Vine Kriminalgeschichten schreibt. In seiner Rezension finden sich einige O-Töne der Autorin aus einem Interview, in denen sie ihre schriftstellerische Herangehensweise erläutert. Der Ausgangspunkt der Erzählung ist, dass die Protagonistin von "Heuschrecken" sich verantwortlich fühlt für den Tod ihres Freundes Daniel, weil sie ihn zum Klettern auf einen Hochleitungsmast verleitet hat. Von da aus schafft sie eine Handlung, "eine viktorianisch anmutende Romanarchitektur", die David begeistert, vor allem wegen ihres "kontrollierten erzählerischen Understatements" und der auch sonst souveränen Erzähltechnik. Er nennt ihre Bücher vollmundig "die späten Klassiker ihres Genres."

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.03.2001

Knapp ein Dutzend Bücher gibt es bereits von Barbara Vine. Und jedes dieser Bücher der gehobenen Unterhaltungsliteratur ist anders ausgefallen, erzählt Hans-Dieter Seidel in seiner ausführlichen Rezension. So auch "Heuschrecken". In gewohnter Qualität (übrigens schreibt die Autorin unter dem Namen Ruth Rendell auch nicht unbekannte Kriminalromane) inszeniert die Autorin wieder einmal "unvergleichlich sorgsam" den Widerschein des Lebens in einem gesellschaftlichen Mikrokosmos, lobt Seidel. Das kennt und liebt er an ihr: "im Bizarren das Normale zu entdecken, das Phantastische realistisch zu begründen". Eigentlich handelt "Heuschrecken" von einer "kreuzbraven" Geschichte, erzählt Seidel. Von Liebe, Anlehnungsbedürfnis und dem Verlangen nach Nähe und Geborgenheit. Doch leben Vines Protagonisten diese Gefühle ausgerechnet über den Dächern von London aus. Clodagh, die Hauptfigur, schließt sich nämlich einer Gruppe von "Dachsteigern" an. Die Beschreibung der so ausgelösten Euphorie findet der Rezensent "über alle Maßen gezwungen". Trotzdem. Vines Qualitäten liegen für ihn nicht im Plot, sondern in dessen Aufbereitung. Besonders überzeugend findet Seidel daher, wie die Autorin beschreibt, dass auch luftige Höhen ein Liebespaar nicht vor Eifersucht, Entfremdung, Misstrauen und Gleichgültigkeit bewahren. Ein Lob erntet auch die Übersetzerin Renate Orth-Guttmann. Etwas norddeutsch, aber "geschmeidig" habe sie den Roman ins Deutsche übertragen.

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