Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Herausgegeben und aus dem Spanischen übersetzt von Juana und Tobias Burghardt. Mit einem Essay von Roberto Juarroz. Weithin bekannt wurde Antonio Porchia mit seinen gnomischen Dichtungen oder Aphorismen, von denen er mehr als tausend schrieb und die er schlicht "Voces" (Stimmen) nannte. Kernstück bilden fast fünfhundert Stimmen, die hier mit den zwei Jahre vor seinem Tod, 1966, entstandenen hundert "Neuen Stimmen" erstmalig vollständig in deutscher Übertragung vorliegen. Die Schriftsteller Rene Char, Raymond Queneau und Henry Miller verehrten sein poetisches Werk. Miller nahm es in "The books of my life" auf, während Queneau das Buch in "Pour une bibliotheque ideale" empfahl. Heute gehören Schriftsteller wie Peter Handke oder Botho Strauß zu seinen Bewunderern.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.12.2002
Der 1886 in Neapel geborene und 1969 in Buenos Aires verstorbene "Italo-Argentinier" Antonio Porchia hatte und hat viele Bewunderer unter den Literaten, weiß Gustav Siebenmann, darunter Henry Miller, Borges, Andre Breton, Peter Handke und Botho Strauss. Kein Wunder, meint der Rezensent, der selbst die Aphorismen des Dichters auch sehr zu schätzen weiß. Denn in denen finden sich, berichtet Siebenmann, Paradoxes, Mystisches, "sprachverliebte Glossen", sarkastischer Humor und Absurditäten. Sehr erfreut zeigt sich der Rezensent daher, dass der Tropen-Verlag zwei Bände mit Texten oder "Gedankensplittern" dieses Autodidakten herausgebracht hat, für die die Übersetzer Juana und Tobias Burghardt manche "harte Nuss" zu knacken hatten, erkennt der Rezensent an. Bei allem Lob für die Übersetzer empfiehlt Siebenmann dem Leser, so er des Spanischen mächtig ist, doch besser die Originaltexte zu lesen, denn oft ließe sich deren Sinn nur im Spanischen erschließen.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.08.2000
Benedikt Erenz würde den Autor gerne als Aphoristiker bezeichnen - wenn man damit nicht automatisch "Lichtenberg, Jules Renard" und andere assoziieren würde. Auch der Begriff "Mystiker" gefällt ihm, aber nur, wenn man damit nicht gleich Kitsch verbindet, sondern eher an Kafka denkt. Keine Frage: Porchias sprachphilosophische Aphorismen gefallen dem Rezensenten. Anhand zahlreicher Beispiele versucht er diese Begeisterung zu vermitteln. Deutlich wird dabei, dass es häufig um die Frage geht, was der Mensch (scheinbar) besitzt, um die Täuschung, die im Haben-wollen liegt, um Paradoxien. Erenz betont jedoch ausdrücklich, dass Porchia dabei nicht in Pathos abgleitet oder eitel wirkt. Gerne hätte er auch mehr über den Autor erfahren, denn schließlich tauche dieser in den üblichen Lexika nicht auf. Leider jedoch gibt der "grottenhaft verblasene Einleitungsessay" über Porchia nur in Eckpunkten Auskunft, bemängelt Erenz, der sich ansonsten von der Aufmachung des Buchs sehr angetan zeigt.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Theodor W. Adorno: Philosophie und Soziologie (1960)
Herausgegeben von Dirk Braunstein. Die Vorlesung über "Philosophie und Soziologie" aus dem Sommersemester ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen








