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Klappentext
Aus dem Russischen und mit einem Nachwort versehe von Olaf Irlenkäuser. Hundert Gedichte. Liebe, Trennung, Eifersucht sind die Themen dieser Gedichte, die wie beiläufig gefallene Sätze daherkommen und zugleich von großer Aufmerksamkeit gegenüber den winzigen Details des Alltags zeugen.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.09.2000
Eine Sammlung von hundert Liebesgedichten der Achmatowa lässt Ilma Rakusa zunächst spekulieren, welche biografische Züge sie alle denn trügen. Aber schnell verwirft sie, Brodsky zitierend, den Gedanken, dass die drei Ehen und mehrere Liebschaften der russischen Dichterin wirklich Anlass für die Poesie gewesen sind. Mit vielen Verszitaten begründet Rakusa dann, dass den Gedichten der Achmatowa vielmehr dieselbe Sehnsucht nach Leidenschaft und Unendlichkeit zugrunde liegen, die hier jedoch in strenge Maße und Rythmen gebannt wird. Die Rezensentin vergleich die immer verhalten, "elegisch" und oft spöttisch distanziert bleibende Dichterin mit ihrer "Schwester und Rivalin" Marina Zwetajewa, deren Lyrik emotional und feurig ist. Bei Achmatowa dagegen herrschen Wehmut, Trauer und Nostalgie. Höchst lobend erwähnt Ilma Rakusa den Übersetzer Alexander Nitzberg, der für diese Ausgabe die Gedichte "mit seinen konzisen Bildern und diskreten Reimen" in eine neue deutschsprachige Form gebracht hat.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.09.2000
Insgesamt scheint der Rezensent Jürgen Verdovsky ganz angetan von dieser Gedichtsammlung Achmatowas, denn "mit Liebesgedichten schreibt sie sich in die erste Reihe der russischen Moderne". Er rekonstruiert ihre Liebschaften und zitiert aus den Gedichten, mit denen sich Achmatowa an diesen abarbeitete. Trotzdem hat er einiges an der Ausgabe auszusetzen: so etwa, dass nicht die gesamte "Heckenrosen"-Folge - ihrer Liebe zu Isaiah Berlin gewidmet - in dem Band enthalten ist. Auch das Nachwort des Herausgebers Olaf Irlenkäuser gefällt Verdofsky nicht. Er kritisiert die mangelnde Präzision. Überzeugend findet er dagegen die Übersetzung des jungen Lyrikers Alexander Nitzberg.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.06.2000
Obwohl es sich bei Felix Philipp Ingold allem Anschein nach um einen aufrichtigen Bewunderer Anna Achmatowas handelt, ist seine Rezension dieser Liebesgedichte nicht frei von Kritik. Auffallend findet er ihre Attitüde der Überlegenheit. Sie, die sich als Glücksbringerin ihrer Geliebten sieht, degradiere "jeden Mann zu einem schwächlichen Jedermann", so Ingold. Wirkliche Liebe scheint ihm eher bei unerreichbaren, ja gar toten Männern aufzuflackern. Letztlich könne aber kein Mann, keine Liebe ernsthaft mit dem Glück, dass sie beim Dichten empfindet, konkurrieren. Ingold scheint von Achmatowas Schwanken zwischen "Verzagtheit und Verachtung" nicht wirklich begeistert, bisweilen gleiten die Gedichte seiner Meinung nach gar in den Kitsch ab, was durch die Übersetzung noch verstärkt werde.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.06.2000
Diesen Band mit frühen Gedichten bespricht Ulla Hahn. Sie stammen, schreibt sie, aus der Feder einer Zwanzigjährigen, die erst Jahrzehnte später zu "der Achmatowa" gereift sei. Die Übertragung der Gedichte ins Deutsche hat die rezensierende Dichterin gar nicht überzeugt. Es liege wohl an der Entscheidung, den Reim beizubehalten, dass die Verse "altbacken" und häufig sogar "lächerlich" klingen. Man liest ein paar allgemeine Betrachtungen zum Problem der Lyrikübersetzung und Kostproben aus dem aktuellen Fall. Überraschend die Wendung am Schluss, die Übersetzung habe dennoch den Gedichten "einen Raum geschaffen" und sie "aus der Fixierung in Ort und Zeit ihres Erscheinens" gelöst.
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