Woher kommt die Vorstellung, Geisteswissenschaften seien unproduktiv und abzuwickeln? Wieso, fragt Johannes Fried, soll das Internet eine qualitativ andere Form des Wissens vermitteln als die mittelalterliche Lateinschule. Beruht doch unser gesamtes Wissen auf Vergangenem - Erfahrenem wie Gedachtem -, was die Beschäftigung mit Geschichte zur beispielhaften "Erfahrungswissenschaft" macht, - dieses Etikett tragen sonst die Naturwissenschaften. Ist nicht vielmehr, fragt Fried, die Analyse der Vergangenheit als eigentliche "life science" anzusehen? Fried stellt die These von der Geschichtswissenschaft als Kognitions-und Lebenswissenschaft auf. Dieser Essay ist ein Zwischenruf gegen die Überheblichkeit der Gegenwart, sich als "Wissensgesellschaft" der Vergangenheit überlegen zu fühlen.
Judith Hermann: Ich möchte zurückgehen in der Zeit Judith Hermann folgt den Spuren ihres Großvaters, der während des Zweiten Weltkriegs für die SS im polnischen Radom stationiert war. Sie verknüpft ihr Schreiben mit seiner… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes… Robert Menasse: Die Lebensentscheidung Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine "Lebensentscheidung" und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89.… Svenja Leiber: Nelka Lemberg, 1941. Die sechzehnjährige Nelka wird von Soldaten aufgegriffen und mit zahlreichen Mädchen und Frauen nach Westen verschleppt. Auf einem norddeutschen Gutshof werden…