Arno Gruen

Der Kampf um die Demokratie

Der Extremismus, die Gewalt und der Terror
Cover: Der Kampf um die Demokratie
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2002
ISBN 9783608942248
Gebunden, 190 Seiten, 15,00 EUR

Klappentext

Der linke und rechte Extremismus, die Gewalt in ihren verstecktesten Formen und der offene Terror gegen andere und sich selbst: das sind die Endpunkte der Zerstörungsspirale, die sich scheinbar naturnotwendig dreht. Kann sie nicht angehalten werden? Was ist zu tun? Arno Gruen plädiert für Kultur der inneren Autonomie, die sich nicht als Stärke inszeniert oder Überlegenheit vorgibt...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.04.2002

Zu einfach gemacht hat es sich der Psychologe Arno Gruen, nach Meinung des Rezensenten Urs Hafner, bei seiner Suche nach den Ursachen des gewalttätigen Extremismus: Die von der Mutter zurückgewiesenen Menschen suchten mangels eigener Stärke die Identifikation mit einer "überhöhten, gewalttätigen Macht", in deren Namen sie ihr eigenes Leid weitergeben, referiert Hafner den Autor. Der Rezensent findet es unbefriedigend, die Lösung schlicht in einer "menschlicheren Erziehung" zu suchen und wünschte sich für die Theorien zur menschlichen Gattung die Einbeziehung der "historischen und sozialen Konstellationen".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.03.2002

Patrick Horst skizziert in seiner Rezension den Grundgedanken des Psychoanalytikers Gruen, demzufolge Gewalt ein Ausdruck verdrängten kindlichen Leids ist, während die Ideologie nur als "schmückendes Beiwerk" eine Rolle spiele. Die grundlegende psychische Struktur haben politisch motivierte Gewalttäter mit dem Durchschnitt der Gesellschaft durchaus gemein, schreibt Horst, und erklärt damit auch die aktive oder passive Unterstützung, die rechtsradikale Täter in der Bevölkerung finden. Gruen spricht laut Rezensent bei linksradikalen und rechtsradikalen Extremisten aber von unterschiedlichen Motivationen, denen auch unterschiedlich begegnet werden müsse: Gegen den Terror des ungeliebten Rechtsradikalen helfe nur autoritäres Vorgehen, während der von der Mutter verwöhnte Linksradikale für die Hilfe zu 'konstruktiven Aktivitäten' empfänglich sei. Der Rezensent mag den Differenzierungen des Autors nicht ohne weiteres folgen und hält die zweifelsfreie Bestimmung der Motivationen für fraglich.

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