Volker Gerhardt

Der Mensch wird geboren

Kleine Apologie der Humanität - Zur aktuellen Debatte über die Biopolitik
Cover: Der Mensch wird geboren
C.H. Beck Verlag, München 2001
ISBN 9783406485435
Broschiert, 150 Seiten, 12,50 EUR

Klappentext

Schon die ersten Meldungen über die Entschlüsselung des menschlichen Genoms waren mit der Behauptung verknüpft, die Biowissenschaften führten geradewegs zur Selbstabschaffung des Menschen. Dieser These tritt das vorliegende Buch mit einer pointierten Argumentation entgegen. Es verteidigt den humanen Impuls der Forschung, eröffnet neue Perspektiven für die interdisziplinäre Arbeit der Wissenschaften und macht deutlich, welche politischen Konsequenzen zu ziehen sind...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.12.2001

Etwas gestelzt und nicht gerade rasch verständlich schreibt Uwe Justus Wenzel über die Abhandlung von Volker Gerhardt, der an der Humboldt-Universität Berlin Philosophie lehrt. In dieser Abhandlung, oder wie der Rezensent meint, in diesem Traktat, geht es um aktuelle biopolitische Diskussionen, die der Autor, informiert Wenzel, in ihrem "Alarmismus und Sensationalismus" anficht. Biopolitik zeichne sich für Volker Gerhardt, der dem Nationalen Ethikrat angehöre, durch einen "humanen Impuls" aus. Pro und Contra werden hier manchmal etwas viel gegeneinander aufgewogen, findet Wenzel, so dass der Kampf um die richtigen Argumente oft zum Schattenboxen verkomme. Ähnliche Spekulationen wie die, die der Autor anstelle, habe bereits Peter Sloterdijk angestellt, nur, meint Wenzel, seien die deutlich unterhaltsamer gewesen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.11.2001

Jürgen Kaube rezensiert dieses Buch und verweigert zugleich doch die Auseinandersetzung damit. Die Thesen - etwa Gerhardts Plädoyer gegen die Doppelmoral, die Vorstellung, dass der Mensch erst nach seiner Geburt vollgültiger Mensch wird - teilt der Rezensent wohl nicht, hielte sie aber noch für diskutabel. Für schlechterdings indiskutabel hält er jedoch die "Prämissen", von denen aus der Philosoph zu diesen Thesen gelangt. So definiert er etwa "das Individuum als Organ der Gesellschaft", behauptet (oder fordert?): "Das Recht schützt nur den, der tätig darauf setzt." Oder, und da hört sich für den Rezensenten, was begreiflich ist, alles auf, er äußert die Ansicht, dass Kinder erst mit dem Tod der Eltern in die Freiheit, ins "eigene Leben" entlassen würden. Sinnvoller als über diese Thesen zu diskutieren, wäre es, meint Kaube, die Auseinandersetzung mit einem zu suchen, "der meint, die Erdrinde bestehe aus Knäckebrot". Der Philosoph Volker Gerhardt jedoch ist Jürgen Kaube einfach nur "unheimlich".

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