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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Panajotis Kondylis
Grundzüge der Sozialontologie
Band 1: Das Politische und der Mensch. Soziale Beziehung, Verstehen, Rationalität
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.05.2000
Dass der Autor "den scheinbar längst versunkenen Titel des `Privatgelehrten` zu neuem Ansehen" brachte, so Volker Gerhardt, hat natürlich damit zu tun, dass er weder in Heidelberg, wo er lebte, noch in Athen zu akademischen Ehren kam. Dafür macht Gerhardt die "souverän alle Fachgrenzen überschreitende Intellektualität" des Philosophen verantwortlich, der an einer missglückten Operation noch vor Endredaktion dieses Buches, das als dreibändiges geplant war, starb. Kondylis` Ansatzpunkt für seine "Sozialontologie" ist eine gründliche und polemisch pointierte "sorgfältige Prüfung der überlieferten" soziologischen, ökonomischen und philosophischen Ansätze der letzten zweihundert Jahre, die sich der für Kondylis entscheidenden Frage, "was Gesellschaft qua Gesellschaft eigentlich ist", aus Angst vor der "Metaphysik" allesamt verweigert haben. Gerhardt kritisiert zwar zu Beginn den kritisch gemeinten Begriff der "Massendemokratie", da Kondylis keine Hinweise zur Überwindung ihrer Mängel gibt. Aber der Ansatz, als fundamentale Gesellschaftlichkeit den "Prozess des Handels selbst", der sich zudem immer in "Gegenseitigkeit" entfaltet, anzusehen und nicht etwa Sprache und Sprachanalyse, haben den Rezensenten offenbar vollkommen überzeugt. Kondylis zeigt seiner Meinung nach die überall zeitgeistig wirksamen, positivistischen Verkürzungen des Gesellschaftsbegriffs auf und stellt ihnen eine Ontologie des Sozialen gegenüber. Ein "bedeutendes Buch".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999
Mit Wohlwollen schildert Jürgen Kaube zunächst, wie der jung verstorbene Kondylis mit dem Begriff der Ontologie zur Beschreibung der Gesellschaft gelangen will, ohne ihr eindeutig kausale Gesetze zuzuweisen, nach denen sie sich entwickeln soll. Die Sozialonotologie sei gerade auf die "Unberechenbarkeit" von Gesellschaft verpflichtet. Gestört fühlt sich Kaube aber von Kondylis` These, dass "das Wichtigste für den Menschen ... immer der Mensch (bleibt)." Das schließe die "Zeit" und die "Welt" aus Kondylis` Horizont aus.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.10.1999
Uwe Justus Wenzel stört sich besonders an der "Attitüde des distanzierten Beobachters" Kondylis, der in dieser Position Wertfreiheit und Überlegenheit für sich beansprucht. Zwar räumt der Rezensent ein, dass Kondylis mit diesem Band seine eigentliche Domäne, die Weltanschauungsanalyse, mit einem systematisch philosophischen Beitrag teilweise verlassen habe. Dennoch nutzt Kondylis aus Wenzels Sicht seinen Beitrag vornehmlich dazu, seine Konkurrenten zu demontieren und seine eigene Theorie des Sozialen als einzige nicht von vorherein "ideologieträchtige" zu präsentieren. Dazu versuche Kondylis eine "Tiefendimension" zu erschliessen, "die sich gegenüber perspektivischen Verzerrungen `neutral` verhalte, ihnen `immer schon` vorausgehe und zugrunde liege". Gerade dies vermisst Wenzel aber in Kondylis Ontologie. Vielmehr fühlt er sich in mancherlei Hinsicht an die "mobile Kombinatorik des massendemokratischen Sozialmodells" erinnert, das Kondylis selbst besonders heftig kritisiert hat.
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Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen







