Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Petra Gehring

Was ist Biomacht?

Vom zweifelhaften Mehrwert des Lebens

Cover: Was ist Biomacht?

Campus Verlag, Frankfurt am Main 2006
ISBN-10 3593380072
ISBN-13 9783593380070
Kartoniert, 240 Seiten, 24,90 EUR

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Klappentext

Biologie und Fortpflanzungsmedizin sind zum Politikfeld geworden. Wir beginnen uns an das Wort "Biopolitik" zu gewöhnen. Der biologische Stoff, aus dem die Menschen sind, ist Gegenstand einer politischen Ökonomie neuen Typs. Stammzellen, Samen und andere Bestandteile des Körpers werden zur Ware. Eine Umwertung der Werte findet statt: Wenn wir vorherbestimmen können, ob unsere Kinder blaue oder braune Augen haben, wenn Wohlhabenden lebensverlängernde genetische Eingriffe angeboten werden, verändert dies sowohl unseren Alltag als auch unsere Einstellungen. Petra Gehring behandelt Themen wie Gewebe- und Organverpflanzung, reproduktionsmedizinische Angebote, Hirnforschung und Sterbehilfe. Kritisch nimmt sie die Biomedizin unter die Lupe und zeigt: Die menschliche Existenz verändert sich - ob zum Positiven oder Negativen, ist noch nicht entschieden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.06.2006

Der "ujw" zeichnende Rezensent hat Petra Gehrings Gedanken zur Genforschung, Sterbehilfe und Bioethik offenbar erhellend gefunden. In der kurzen Besprechung des Bandes diskutiert er vor allem die beiden Aufsätze zur Bioethik. Dort beschreibt die Autorin, wie allein die Existenz einer Bioethik, also entsprechende Gremien oder Experten, die neuen technologischen Entwicklungen schon legitimieren können. Dabei diene allein die oft von Wissenschaft und Industrie angeregte Diskussion um die bioethischen Implikationen des Fortschritts schon als Gewissensberuhigung für die Konsumenten, die die Diskussion an die Experten abtreten und selbst nicht mehr tätig werden. Somit macht Gehring auch die Verbraucher zu verantwortlichen Beteiligten in der Konstruktion und Ausbildung von Biomacht. Dieser Sichtweise kann der Rezensent durchaus zustimmen.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.05.2006

Eine "fulminante Streitschrift gegen die Logik der Lebensoptimierer" sieht Rezensent Christian Geyer in dieser kritischen Auseinandersetzung mit der Bioethik, die die Philosophie-Professorin Petra Gehring vorgelegt hat. Die Autorin untersuche darin nicht nur die paradoxen Effekte von Maßnahmen der "Soft Eugenics" und diskutiere biopolitische Fragen von der Stammzelle über den Vaterschaftstest bis zur Sterbehilfe, sondern befasse sich auch mit dem wissenschaftstheoretischen Status neurophysiologischer Determinismusthesen und dem Zusammenhang zwischen Hirnforschung und Strafrechtspolitik. Geyer zeigt sich vom Scharfsinn und der Sprachgewalt des Buchs beeindruckt, lobt dessen hohes Reflexionsniveau, das sich mit einem hohen Maß an Verständlichkeit paare, und würdigt die Autorin als "ganz eigenständigen Kopf". Und er bescheinigt dem Buch eine befreiende Wirkung: und zwar von der "zwanghaften Vorstellung falscher Notwendigkeiten".

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Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

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